Donnerstag, 08. Juli 2010
Afghanische Behörden: Korruption verdoppelt
Polizisten in Kabul: Oft nehmen die Staatsbediensteten Geld für ihre Leistungen.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Das Ausmaß der Korruption in Afghanistan hat sich seit 2007 verdoppelt und wird von den Menschen am Hindukusch als immer größeres Problem wahrgenommen. Allein im vergangenen Jahr hätten Afghanen umgerechnet 793 Millionen Euro an Bestechungsgeldern gezahlt, um ihnen de facto zustehenden Dienstleistungen von Polizei, Verwaltung oder anderen staatlichen Einrichtungen in Anspruch nehmen zu können, heißt es in einer Studie der Organisation "Integritiy Watch Afghanistan" (IWA). Mehr als zwei Drittel der 6500 Befragten hätten angegeben, sie selbst oder Familienmitglieder seien bei mindestens einem Behördengang bereits selbst von Korruption betroffen gewesen.
Der Studie zufolge ist Korruption für die Hälfte der Afghanen eine wesentliche Ursache für die zunehmende Stärke der radikal-islamischen Taliban und den anhaltenden Konflikt im Land. Legitimität und Ansehen von Regierung und Verwaltung würden durch Bestechlichkeit und Misswirtschaft untergraben, wovon die Aufständischen profitierten, so die Autoren. Gleichwohl sehe die Mehrheit der Befragten vor allem die Regierung in der Pflicht, gegen das Problem anzukämpfen.
dpa
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