Montag, 16. Juni 2008
Komasaufen kostet: Krankenkasse schlägt Alarm
Das sogenannte Komasaufen von Kindern und Jugendlichen wird auch für die Krankenkassen immer mehr zum Problem. Die jüngste Entwicklung sei "beängstigend", sagte eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) der "Frankfurter Rundschau". Die TK verfügt über detaillierte Zahlen über Krankenhaus-Einweisungen von Jugendlichen wegen "akuten" Alkoholrauschs. Danach haben sich in den vergangenen fünf Jahren die Fälle exzessiven Trinkens praktisch verdoppelt.
Bundesweit wurden im Jahr 2007 insgesamt 1822 TK-Versicherte unter 20 Jahren volltrunken in deutsche Kliniken eingeliefert. Sie blieben dort im Durchschnitt 1,2 Tage und verursachten Kosten von jeweils knapp 540 Euro. Insgesamt summieren sich die akuten Entgiftungsbehandlungen auf mehr als 980.000 Euro. Im Jahr 2003 wurden noch 962 alkoholisierte Jugendliche klinisch versorgt, was bei der Kasse damals mit rund 552.000 Euro zu Buche schlug.
"Unsere Daten betreffen nur Fälle mit der 100-prozentigen Diagnose 'akuter Alkoholrausch'. Anschließende Folgebehandlungen tauchen hier gar nicht auf. Wahrscheinlich sieht das tatsächliche Bild noch schlimmer aus", sagte TK-Sprecherin Inga Lund der Zeitung. Komasaufen ist vor allem Männersache: Im vergangenen Jahr waren 1134 der eingelieferten jugendlichen TK-Kunden männlich, 688 weiblich.
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