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AfD-Mitglieder dürfen nicht bei der Frankfurter Awo arbeiten: Der Kreisverband Krefeld beklagt, es handele sich um ein Berufsverbot.
AfD-Mitglieder dürfen nicht bei der Frankfurter Awo arbeiten: Der Kreisverband Krefeld beklagt, es handele sich um ein Berufsverbot.(Foto: dpa)

Vergleich mit Judenverfolgung: Krefelder AfDler fühlen sich diskriminiert

Weil die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt den eigenen Mitarbeitern eine AfD-Mitgliedschaft verbietet, fühlt sich der AfD-Kreisverband in der Opferrolle und spricht gar von einem Berufsverbot. Einen solchen Fall habe es schon einmal gegeben - in Nazi-Deutschland.

Der Krefelder Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) hat seine eigene Situation mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglichen. Wie die "Rheinische Post" berichtet, beklagte die AfD Anfang März via Facebook die angebliche Diskriminierung ihrer Mitglieder - und bezog sich auf einen Artikel aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach die Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt (Awo) seinen Mitarbeitern eine AfD-Parteimitgliedschaft verbietet. "Und immer weitere Berufsverbote für AfDler kommen hinzu", hieß es in dem Kommentar des Kreisverbands. "Freuen Sie sich schon auf den blauen Stern? Wir wissen: Wir werden den Stern wie eine Auszeichnung tragen. Bis zum bitteren Ende!"

Damit spielen die Verfasser auf den Davidstern an, den nach Inkrafttreten der Rassengesetze 1935 alle Juden sichtbar an ihrer Kleidung tragen mussten, aber auch an die Enteignung und den Ausschluss von Juden aus Berufsverbänden, Unternehmen, Vereinen, Schulen und dem Kulturleben in Deutschland. Der Judenverfolgung und dem Holocaust waren in der Zeit des Nationalsozialismus mehr als sechs Millionen Menschen zum Opfer gefallen. 

Mittlerweile ist der Kommentar zwar wieder gelöscht worden - doch nachdem die "Rheinische Post" berichtet hatte, bekräftigte der Kreisverband seine Auffassung noch einmal mit einem weiteren Beispiel für die angebliche Ausgrenzung seiner Mitglieder. "Die BVB-Freunde Deutschland haben bekannt gegeben, dass sie Mitglieder und Wähler der Alternative für Deutschland aus dem Fanclub ausschließen wollen, falls diese sich zur Partei bekennen", hieß es in dem Posting. "Endscheiden Sie selbst an was Sie dieses Vorgehen erinnert."

AfD: "Wir stehen zum Grundgesetz"

Auf die Bemerkung einiger kritischer Nutzer hin, wonach diskriminierendes Gedankengut eher der AfD selbst zuzuschreiben sei, reagierte der Kreisverband verschnupft. Die AfD, hieß es, grenze sich "mit aller Deutlichkeit von Gewalt und rechtsextemen Positionen ab". "Wir stehen zum Grundgesetz und zur Demokratie." Auf der Facebookseite des Kreisverbands, dem nach eigenen Angaben 13 aktive Mitglieder angehören, finden sich immer wieder Verbalattacken gegen Grüne, Linke und SPD sowie Pauschalisierungen gegen Flüchtlinge.

In einem Kommentar zur Attacke einer 15-jährigen Deutschen mit marokkanischen Wurzeln schrieb der Kreisverband am 3. März: "Der IS, jetzt auch in Ihrer Umgebung. Bedanken können Sie sich am 13. März bei Frau Merkel." Als Grund für den Ausschluss von AfDlern aus der Awo hatte der Vorsitzende Ansgar Dittmar gegenüber der "FAZ" angegeben, Parteien, die "versuchten, Menschen gegeneinander auszuspielen, Ängste zu schüren und Menschenverachtung zu säen", stünden im Widerspruch mit den Statuten der Arbeiterwohlfahrt.

Quelle: n-tv.de

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