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Harte Worte an Parteifreund Beck: Kretschmann: Schweres Fehlverhalten

Der Drogenfund beim Grünen-Abgeordneten Beck trifft die Partei. Der Vorsitzende lobt das zwar konsequenten Vorgehen nach dem Bekanntwerden des Falls. Doch aus einem Bundesland kommen harsche Worte.

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Nach dem mutmaßlichen Drogenfund beim Grünen-Abgeordneten Volker Beck hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann seinen Parteifreund scharf attackiert. "Es ist ja schon ein schweres Fehlverhalten", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Am Vortag war bekannt geworden, dass Beck von der Polizei mit Drogen erwischt worden war. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte den Fund von 0,6 Gramm "einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz" bei dem Bundestagsabgeordneten bestätigt. Der "Bild"-Zeitung zufolge soll es sich um die Droge Crystal Meth handeln.

Kretschmann sagte, er wisse nicht, ob sich die Vorwürfe auf die drei Landtagswahlen am 13. März auswirken. "Ich kann nur hoffen, dass jetzt solch ein einzelnes Fehlverhalten nicht auf alle übertragen wird. Davon gehe ich mal aus."

Grünen-Chef Cem Özdemir begrüßte Becks Rückzug von seinen politischen Ämtern. Dieser habe "schnell die Konsequenzen gezogen, das ist bei der Schwere der Vorwürfe auch angemessen", sagte Özdemir dem Sender N24. Er hoffe nun darauf, dass sich die Angelegenheit schnell aufkläre. Für die Grünen sei der Rückzug Becks allerdings auch ein Verlust, räumte Özdemir ein. Grundsätzlich sei so etwas "menschlich bedauerlich für jeden Kollegen".

Auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) würdigte, dass Beck seine politischen Ämter niedergelegt hat. Auf Twitter schrieb er: "In der Drogenpolitik bin ich anderer Meinung als die meisten Grünen. Aber Respekt für Volker Beck für die schnelle und klare Reaktion." Die Grünen-Politikerin Renate Künast mahnte bei RTL zur Ruhe. "Schauen wir mal, um was es da eigentlich genau geht. Das ist keine schöne Sache, das ist klar."

Crystal Meth wirkt besonders aufputschend

Die Droge Crystal Meth gehört zu den synthetisch hergestellten Drogen und gilt als besonders aufputschend. Der Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht erklärte gegenüber n-tv: "Sie ist so gefährlich, weil sie vermutlich schon bei dem ersten Konsum abhängig macht." Der Konsument fühle sich quasi unbesiegbar. "Die Nächte werden zum Tag. Man fühlt sich leistungsfähig. Die Sorgen verschwinden." Von der Droge wegzukommen, sei ein sehr schwieriger Weg. Viele einst Abhängigen würden wieder rückfällig werden, so Specht.

Crystal Meth war einst unter Ravern stark verbreitet. Von Ost-Europa wurde sie nach Deutschland gebracht. Mittlerweile hat sie sich über das ganze Land verbreitet. "Diese Droge ist bei allen gesellschaftlichen Kreisen inzwischen angekommen", so Specht.

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Quelle: n-tv.de

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