Samstag, 25. April 2009
Riesiges Beitragsminus: Krise erreicht Krankenkassen
Die gesetzlichen Krankenkassen müssen wegen der Wirtschaftskrise bis 2010 mit Beitragsausfällen von insgesamt 7,34 Milliarden Euro rechnen. Das geht aus Schätzungen der Krankenkassen hervor, berichtet die "Bild"-Zeitung. Danach sorgt der erwartete Anstieg der Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr für Einnahmeausfälle bei den Kassen von 2,89 Milliarden Euro und im kommenden Jahr von 4,45 Milliarden.
Vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hieß es indes: "Die Zahlen können wir nicht bestätigen." Erst wenn der GKV-Schätzerkreis Ende der kommenden Woche getagt habe, könne man die Auswirkungen der Rezession auf die Krankenversicherung genauer abschätzen, sagte Verbandssprecher Florian Lanz. Allerdings sei mit einem spürbaren Rückgang der Beitragszahlungen infolge der Krise zu rechnen.
Grundlage für die Berechnung ist laut "Bild"-Zeitung das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute. Der Sozialversicherung wird darin insgesamt ein Beitragsrückgang von 7,6 Milliarden Euro in diesem Jahr und weiteren 4,1 Milliarden Euro im nächsten Jahr prognostiziert.
Minus auch beim Gesundheitsfonds
Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) rechnet wegen der Rezession mit erheblichen Mindereinnahmen des Gesundheitsfonds. Wenn die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute eintreten sollten, würden über drei Milliarden Euro weniger Beiträge fließen, hatte sie der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Konjunkturbedingte Beitragsausfälle würden vom Steuerzahler ausgeglichen. Allerdings müssen die Kassen diesen Zuschuss später zurückzahlen.
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