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Kritik ist noch immer heikel auf Kuba: Guillermo Fariñas bekommt das zu spüren.
Kritik ist noch immer heikel auf Kuba: Guillermo Fariñas bekommt das zu spüren.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

"Gesellschaftliche Disziplinlosigkeit": Kuba inhaftiert Regimekritiker

Es gibt politische Bewegung auf Kuba. Der neue Präsident Raúl Castro scheint das lateinamerikanische Land seit 2006 allmählich zu öffnen. Doch der Weg der Reformen ist lang. Jetzt nimmt die Regierung erneut 20 Regimekritiker fest.

Rückkehr für kubanische Flüchtlinge, Reisefreiheit - unter dem neuen Staatschef Raúl Castro scheint sich Kuba seit einigen Jahren zumindest teilweise zu demokratisieren. Doch im Umgang mit seinen Kritikern ist die Regierung offensichtlich nach wie vor wenig zimperlich. Nun wurden erneut mehr als 20 Regimekritiker festgenommen, darunter die Bloggerin Yoani Sánchez und der Dissident Guillermo Fariñas. Wie der Vorsitzende der oppositionellen Kubanischen Menschenrechtskommission, Elizardo Sánchez, auf Anfrage weiter mitteilte, erfolgten die Festnahmen in einem Polizeirevier in Havanna.

Dort hätten die Oppositionellen versucht, für eine zuvor festgenommene Anwältin einzutreten, die Dissidenten verteidigt. Yohandry Fontana, ein der Regierung nahestehender Blogger, twitterte, Yoani Sánchez sei wegen eines "öffentlichen Skandals" und "gesellschaftlicher Disziplinlosigkeit" festgenommen worden.

Sánchez ist die derzeit bekannteste Persönlichkeit der Opposition in Kuba. Zuletzt war sie am 5. Oktober vorübergehend festgenommen worden, als sie auf dem Weg nach Bayamo im Osten des Landes war. Dort hatte sie an dem Prozess gegen einen spanischen Politiker teilnehmen wollen, der wegen eines von ihm verschuldeten tödlichen Autounfalls vor Gericht stand und zu vier Jahren Haft verurteilt wurde.

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Quelle: n-tv.de

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