Donnerstag, 15. April 2010
Schneiden, föhnen - selbst kassieren: Kubas Barbiere werden freier
Bisher hat Kubas Präsident brachliegendes Ackerland an Bauern verteilt und Lizenzen für private Taxis genehmigt - nun sind kleine Friseurläden in Havanna dran. Seit neuestem dürfen Friseure mit maximal drei Sesseln auf eigene Rechnung arbeiten.Die kubanische Regierung hat erneut in aller Stille zaghafte Reformen im Wirtschaftsleben zugelassen: Kleine Friseurläden dürfen in dem kommunistischen Land seit neuestem auf eigene Rechnung arbeiten. Die Friseure sind dann nicht mehr beim Staat angestellt und müssen lediglich Miete und Steuern zahlen. Die Preise für die Haarpflege dürfen sie selbst festsetzen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa bei einer Umfrage in mehreren Salons der kubanischen Hauptstadt Havanna.
Die Maßnahme, die von den Behörden bislang nicht offiziell mitgeteilt wurde, stellt einen weiteren Schritt zur Belebung der kubanischen Wirtschaft dar. Bisher hatte Präsident Raúl Castro schon brachliegendes Ackerland an Bauern verteilen lassen, um die Lebensmittelproduktion zu erhöhen und das Land von den Lebensmittelimporten unabhängiger zu machen. Auch wurden erstmals Lizenzen für private Taxis erteilt, um der Transportmisere auf der Karibikinsel Herr zu werden.
Die neue Freiheit für die Friseure gilt seit Beginn des Monats und nur für Geschäfte mit maximal drei Sesseln, wie zu erfahren war. Die größeren Salons bleiben weiterhin in den Händen staatlicher Unternehmen. Nach Meinung der befragten Friseure wird die Privatisierung unweigerlich zu höheren Preisen führen. Bisher kostet ein Haarschnitt offiziell fünf Cent. Der Durchschnittsverdienst eines Friseurs liegt bei 15 US-Dollar im Monat.
dpa
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