Politik
Renate Künast: "Die meisten Hass-Kommentare kommen ganz ohne Anrede aus."
Renate Künast: "Die meisten Hass-Kommentare kommen ganz ohne Anrede aus."(Foto: picture alliance / dpa)

Politiker-Trollen für Dummies: Künast gibt Pöbeltipps

Mal richtig einen raushauen - nur wie? Dieses Problem kennen womöglich viele Leute, die gern mal wieder einen Hass-Kommentar schreiben möchten. Die Grünen-Politikerin Künast gibt Hilfestellung, auch für Menschen mit Rechtschreibschwäche.

Wenn schon, denn schon. Die Grünen-Politikerin Renate Künast zeigt ihren politischen Gegnern, wie sie sie richtig im Internet beschimpfen können. Auf ihrer Facebook-Seite postete sie am Mittwoch: "Sie wollen mir einen Hass-Kommentar schreiben? Kein Problem mit meinem neuen Hass-Tool."

Wer dem Link dazu folgt, landet auf einer Seite mit einem halben Dutzend Tipps - zum Beispiel zur richtigen Ansprache. "Die meisten Hass-Kommentare kommen ganz ohne Anrede aus", heißt es da. "Manche bringen den immer wieder neuen Witz und nennen mich 'Frau Knast'. Alles ist möglich."

Für den Kern des Kommentars empfiehlt die Grüne: "Hauen Sie einen raus. Seien Sie kreativ." Es folgen Phrasen, die "fast noch niemand geschrieben" habe. Darunter: "Sie sollten sich schämen" und "Armes Deutschland", "Volksverräterin" und "Es wird bald Prozesse für Politiker (sic!) wie dich geben!". "Schauen Sie sich die Kommentare Ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger an. Kopieren Sie es einfach. Hauptsache, es geht Ihnen danach besser."

In durchgehend ironischem Ton empfiehlt Künast möglichst viele Ausrufezeichen und Großbuchstaben, verweist darauf, dass Hass-Kommentar-Schreiber sich vor juristischen Konsequenzen kaum fürchten müssten. Sie zeige zwar alles Anzeigenswerte an, die Ermittlungsbehörden würden die Taten aber nur vereinzelt verfolgen und die Verfahren schnell einstellen.

Künasts Hass-Tool scheint auch schon Wirkung zu zeigen. "Wieviele Migranten haben Sie zuhause aufgenommen!", fragt ein Nutzer, der sich offensichtlich davon ermutigen ließ, dass Künast es mit Rechtschreibung und Grammatik nicht so ernst nimmt. "Sie als GUTTMENSCH Haben es wahrscheinlich noch ein Wohnung gemietet?" Ein anderer hat sich den Tipp zu Ausrufezeichen zu Herzen genommen: "Frau Künast!!! Darf ich Ihnen den Mund zunähen?"

Ein echter Gewinn ist das Tool aber auch für alle, die keine Lust auf Hass-Mails haben. Einer schreibt: "Es ist lustig, zu sehen, wie Menschen sich freiwillig an den Deppen-Pranger stellen."

Quelle: n-tv.de

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