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Kurdische Peschmerga kämpfen im Irak gegen den Islamischen Staat.
Kurdische Peschmerga kämpfen im Irak gegen den Islamischen Staat.(Foto: picture alliance / dpa)

Amnesty: Tausende Häuser zerstört: Kurden-Kämpfer üben Rache an Arabern

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den kurdischen Truppen vor, im Irak Tausende Häuser von Zivilisten zerstört zu haben - angeblich, weil sie den IS unterstützten. Doch hinter den Feldzügen könnte ein ganz anderes Motiv stecken.

Kurdische Verbände im Irak verüben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gewaltsame Rachefeldzüge gegen arabische Iraker. "Die Peschmerga-Truppen der Regionalregierung von Kurdistan und kurdische Milizen haben Tausende Häuser mit Planierraupen zerstört, sie in die Luft gesprengt oder sie angezündet, um die vermutete Unterstützung (ihrer Besitzer für den IS) zu rächen", erklärte Amnesty. Die Peschmerga kämpfen im Irak gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

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Donatella Rovera, die Amnesty-Beraterin für Krisensituationen, vermutet dahinter eine systematische Kampagne der Kurden gegen andere Ethnien. Die Truppen "scheinen eine mutwillige Kampagne zu führen, um mit Gewalt die arabische Bevölkerung zu vertreiben", erklärte sie. Die gewaltsame Vertreibung von Zivilisten und die mutwillige Zerstörung von Häusern und anderen Gütern "ohne militärische Rechtfertigung kann Kriegsverbrechen gleichkommen".

Zudem seien geflohene arabische Zivilisten an der Rückkehr in ihre Heimatorte gehindert worden. Schon im Oktober hatte Amnesty einen Bericht veröffentlicht, der den kurdischen Kämpfern auch in Syrien willkürliche Vertreibungen und Hauszerstörungen vorwarf.

Ausbildungsmission wird erweitert

Amnesty hat nach eigenen Angaben auch Beweise für die Vertreibungen, Zerstörungen und Plünderungen durch kurdische Kämpfer in den irakischen Provinzen Niniwe, Kirkuk und Dijala gesammelt. Dort haben die Kurden die Kontrolle übernommen oder sie verstärkt, nachdem die Soldaten der irakischen Armee im Zuge der IS-Offensive im Jahr 2014 die Flucht ergriffen hatten.

Laut Amnesty will die kurdische Führung ihre autonome Region vergrößern, indem sie arabische Einwohner aus bestimmten Gebieten vertreibt. Die Zentralregierung in Bagdad kann ihnen wenig entgegensetzen.

Auch die Bundesregierung setzt im Kampf gegen den IS auf die Unterstützung der kurdischen Peschmerga-Kämpfer. Etwa 115 Bundeswehr-Soldaten bilden derzeit in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus - neben kurdischen Peschmerga sind auch Jesiden und Kakai darunter. Ein neues Mandat, das die Bundesregierung Anfang Januar auf den Weg brachte, sieht vor, bis zu 150 deutsche Soldaten als Ausbilder bereitzustellen.

Quelle: n-tv.de

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