Politik
Stets an der Seite von Aung San Suu Kyi: Myanmars neuer Präsident Htin Kyaw 2010 vor dem Haus der Friedensnobelpreisträgerin.
Stets an der Seite von Aung San Suu Kyi: Myanmars neuer Präsident Htin Kyaw 2010 vor dem Haus der Friedensnobelpreisträgerin.(Foto: AP)

Nach mehr als 50 Jahren Diktatur: Kyaw ist Myanmars neuer Präsident

"Das ist der Sieg von Suu Kyi", verkündet Myanmars neues Staatsoberhaupt Htin Kyaw nach seinem Wahlsieg. Er gilt als enger Vertrauter der Friedensnobelpreisträgerin - und soll das Land endgültig von der Militärdiktatur in die Demokratie führen.

Der 69-jährige Htin Kyaw, ein Vertrauter von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, ist in Myanmar zum neuen Präsidenten gewählt worden. Damit ist dem Land der nächste Schritt auf dem Weg von der Militärdiktatur zur Demokratie gelungen: Bei einer historischen Sitzung beider Parlamentskammern in Naypyidaw ging Kyaw mit 360 von 652 Stimmen klar als Sieger hervor und wird damit das erste zivile Staatsoberhaupt seit Jahrzehnten.

"Hiermit erkläre ich, dass Htin Kyaw mit den meisten Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde", erklärte der Parlamentsvorsitzende Mann Win Khaing nach der Auszählung unter tosendem Beifall der Abgeordneten. "Das ist der Sieg von Suu Kyi", sagte der künftige Präsident Htin Kyaw. Er wird die Geschicke des Landes nun in enger Zusammenarbeit mit der Chefin der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) bestimmen. Ihr war der Weg an die Staatsspitze durch die noch von der Militärjunta bestimmte Verfassung verwehrt geblieben.

Die NLD hatte bei der Parlamentswahl im November fast vier Fünftel der zur Wahl stehenden Sitze gewonnen. Allerdings bleibt dem Militär ein Viertel der Mandate vorbehalten. Von den Abgeordneten des Militärs und den von ihm gestützten Parteien kamen bei der Abstimmung auch die Stimmen für die Gegenkandidaten. Htin Kyaw wird nun Ende des Monats den Posten von Ex-General Thein Sein übernehmen, der in den vergangenen fünf Jahren den Übergang von der Militärdiktatur zur Demokratie gesteuert hat.

Vizepräsidenten werden die beiden unterlegenen Kandidaten, Ex-General Myint Swe und Henry Van Thio von der ethnischen Minderheit der Chin. Sie erhielten 213 beziehungsweise 79 Stimmen.

Quelle: n-tv.de

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