Politik

"Solidarisches Miteinander"Lafontaine gibt Linken Tipps

19.01.2010, 19:47 Uhr

Nach seiner Krebsoperation zeigt sich der Vorsitzende der Linkspartei, Lafontaine, erstmals wieder in der Öffentlichkeit. Er hält sich auch nicht lange bei den Neujahrswünschen auf, sondern kommt gleich auf die aktuelle Personaldebatte zu sprechen.

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Lafontaine sieht recht gut aus. (Foto: DAPD)

Linksparteichef Oskar Lafontaine hat sich nach seiner Krebsoperation zurückgemeldet und sich auch gleich in die parteiinterne Personaldebatte eingeschaltet. Bei einem Neujahrsempfang der Linksfraktion in Saarbrücken sagte Lafontaine, die Linke habe seit ihrer Gründung und vor allem im vergangenen Jahr große Erfolge errungen. Nun leiste sich die Partei kurz vor der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine überflüssige Personaldebatte.

"Dort, wo Menschen zusammenarbeiten, das gilt für alle Organisationen und Parteien, gibt es Eitelkeiten, Rivalitäten und persönliche Befindlichkeiten", sagte Lafontaine ohne konkreter auf den Machtkampf mit dem bisherigen Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, einzugehen. "Da nicht alle Akteure einander in tiefer Sympathie und Zuneigung verbunden sind, muss man sich wie im Alltag an Regeln halten, die ein solidarisches Miteinander ermöglichen", fügte Lafontaine unter lautem Jubel seiner Anhänger hinzu.

"Gysi hat das Notwendige gesagt"

Die Partei dürfe sich nicht Ost und West spalten lassen. Zu den Personalquerelen habe vor allem Fraktionschef Gregor Gysi das Notwendige gesagt. Gysi hatte Bartsch öffentlich Illoyalität gegenüber Lafontaine vorgeworfen. Bartsch kündigte wenige Tage später den Rückzug von seinem Amt an.

In einem zeitgleich zur Rede verteiltem zehnseitigen Papier äußerte er sich unter anderem zur Programmdebatte. Vorwürfe, die Linke sei im Osten regierungsfähig und im Westen nicht, sei eine von den Medien beförderte Kampagne, die den Erfolg der Partei verhindern wolle, heißt es darin unter anderem.

"Niemand ist unersetzlich"

Seine eigene Zukunft ließ Lafontaine bei seinem Auftritt weiter offen. Er werde sich zu "gegebener Zeit" dazu äußern, ob er auf dem anstehenden Parteitag in Rostock erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren und ob er Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag bleiben werde.

Lafontaine unterstrich lediglich, dass es um die Inhalte und den Kurs der Partei gehen müsse. In den letzten Wochen sei innerhalb der Linken viel darüber spekuliert worden, wer von der Parteiführung unersetzlich sei. "Solche Debatten sind überflüssig. Auch für die Linke gilt: Niemand ist unersetzlich."

Quelle: dpa/AFP/rts