Freitag, 15. August 2008
Pflege von Demenzkranken: Langzeitarbeitslose ins Heim
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will offenbar mehrere tausend Langzeitarbeitslose in Pflegeheime vermitteln. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sollen sie in der Versorgung von Demenzkranken eingesetzt werden. Dem Blatt zufolge dürfen Heime nach dem neuen Pflegegesetz für diese Bewohner zusätzliches Personal einstellen, die Kosten übernehmen demnach die Pflegekassen. Derzeit würden überall in Deutschland Bewerberpools gebildet, sagte eine BA-Sprecherin der Zeitung. Teilnehmen könne jeder, der sich für die Arbeit in einem Heim interessiere und für eine Weiterbildung in Frage komme.
Pflegevertreter kritisieren die Pläne der Arbeitsagentur scharf. "Man kann nicht jeden in so einen Beruf schicken", sagte der Münchner Pflegeexperte Claus Fussek der "SZ". Die Arbeitslosen sollen offenbar nur eine Kurzausbildung bekommen. Ein Entwurf des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der der Zeitung vorlag, sieht 160 Stunden Unterricht und einige Praktika vor. Vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit hätten 900 Stunden Schulung vorgesehen, kritisierte ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft. Der GKV-Spitzenverband soll laut "SZ" am Dienstag die Richtlinien beschließen.
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