Konkurrenten müssen zusammenarbeiten: LAschet (links) und Laumann vor der Fraktionssitzung.
(Foto: dpa)
Dienstag, 06. Juli 2010
Modernisierer verliert Machtkampf: Laumann wird CDU-Fraktionschef
In einer Kampfabstimmung im Düsseldorfer Landtag setzt sich Laumann gegen den bisherigen Integrationsminister Laschet als CDU-Fraktionschef durch. Laumann gilt als Rüttgers-Getreuer, Laschet als Modernisierer. Nun wollen sie zusammen Opposition machen.Der Machtkampf um die Führung der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen ist entschieden. Die Abgeordneten wählten in Düsseldorf Karl-Josef Laumann zu ihrem neuen Vorsitzenden. Auf ihn sind 34 Stimmen entfallen, auf seinen Gegenkandidaten Armin Laschet 32 Stimmen.
Der scheidende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte es nach der Wahlniederlage abgelehnt, Fraktionschef zu werden. Auch für den Landesvorsitz will er nicht mehr kandidieren. Sein Amt als CDU-Bundesvize will Rüttgers ebenfalls abgeben. Damit sind zahlreiche Posten in der NRW-CDU nach der Niederlage bei der Landtagswahl am 9. Mai neu zu besetzen. Die Wahl Laumanns zum Vorsitzenden der 67 Abgeordnete umfassenden CDU-Fraktion könnte eine erste Weichenstellung für die Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl darstellen.
Laschet steht für Schwarz-Grün
Der Sozialpolitiker Laumann gilt als bodenständig und steht für eine eher traditionelle CDU. Der gelernte Schlosser ist auch Chef der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Das Amt des NRW-Arbeitsministers hatte er nach der Landtagswahl vor fünf Jahren übernommen. Zuvor war er Bundestagsabgeordneter.
Nachfolger für Rüttgers: Mit der Entscheidung zwischen Laschet und Laumann entscheidet sich nun auch die Richtung, die die NRW-CDU einschlägt.
(Foto: dpa)
Laschet steht dagegen für eine moderne CDU und hat sich in der Integrationspolitik auch bundesweit profiliert. Der gebürtige Aachener und Ex-Journalist gilt als Politiker, der einmal ein schwarz-grünes Bündnis in NRW führen könnte.
"Attacken und Alternativen"
Laumann kündigte eine Oppositionspolitik "mit Attacken und Alternativen" an. Seinen Konkurrenten Laschet wolle er an führender Stelle in die Fraktionsarbeit einbinden. Vor seiner Wahl hatte er sich dafür ausgesprochen, das Erbe der Regierung Rüttgers zu bewahren. Rüttgers wertete das Wahlergebnis als "Signal der Geschlossenheit" und auch als "Signal der Zusammenarbeit". Die CDU-Landtagsfraktion gehe "gestärkt in die parlamentarische Arbeit".
Rüttgers' schwarz-gelbes Bündnis war bei der Landtagswahl abgewählt worden. Aber auch SPD und Grüne hatten keine Mehrheit erhalten. Beide Parteien wollen eine Minderheitsregierung bilden und knapp zwei Monate nach der Landtagswahl am Dienstag die Koalitionsverhandlungen abschließen.
rts/dpa/AFP
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