Völkermordprozess in RuandaLebenslang für Militärärztin
In Ruanda waren von April bis Juli 1994 nach UN-Angaben bis zu 800.000 Menschen - vor allem Tutsi - von Angehörigen der Hutu-Volksgruppe systematisch umgebracht worden.
Wegen ihrer Beteiligung am Völkermord in Ruanda ist die früherer Militärärztin Anne-Marie Nyirahakizimana zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Ärztin, die zugleich Majorin war, habe gestanden, während der Kämpfe vor 15 Jahren Verwundeten der Tutsi-Volksgruppe nicht geholfen zu haben, wie der öffentliche Rundfunk des Landes berichtete. Sie habe angegeben, dass sie zu sehr mit der Behandlung verletzter Soldaten beschäftigt gewesen sei.
Dem Radiobericht zufolge sagten Zeugen zudem aus, dass Nyirahakizimana ihren Leibwächtern befohlen habe, Tutsi zu töten.
In Ruanda waren von April bis Juli 1994 nach UN-Angaben bis zu 800.000 Menschen - vor allem Tutsi - von Angehörigen der Hutu-Volksgruppe systematisch umgebracht worden. Zur Aufarbeitung der besonders schweren Völkermord-Fälle war auch ein UN-Gericht eingesetzt worden.