Politik

"Sechs Tage in der Woche Sex": Leibarzt rühmt Berlusconis Potenz

Klar, ahnen konnte man das natürlich, aber jetzt gibt es quasi eine offizielle Bestätigung: Italiens Premier Berlusconi ist potent. Nur am siebten Tag müsse er ruhen, sagt sein Leibarzt. Der Sexprozess gegen ihn könnte sich derweil weiter verzögern. Das Verfassungsgericht in Rom lässt einen Einspruch gegen die Richter zu.

Ein Leibarzt von Silvio Berlusconi hat die sexuelle Potenz des italienischen Ministerpräsidenten gerühmt. Ohne Übertreibung könne Berlusconi an sechs Tagen in der Woche Sex haben, müsse sich am siebten Tag allerdings schonen, sagte Umberto Scapagnini in einem Interview mit der Zeitschrift "Novella 2000". Dieser wöchentliche Schnitt sei "nicht wenig", vor allem für einen 74-jährigen Mann, der eine Prostatakrebserkrankung besiegt habe.

Silvio Berlusconi, Premierminister
Silvio Berlusconi, Premierminister(Foto: AP)

Scapagnini, der auch für Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) im Parlament sitzt, hat nach eigenen Angaben nur einen Tipp für den Regierungschef parat, um seine Energie zu behalten - ein 45-minütiges Nickerchen jeden Nachmittag. Der Ministerpräsident sei "ein körperlich und intellektuell überlegener Mann", befand der Mediziner.

Berlusconi spielt gerne mit seinem Ruf als Schürzenjäger. Immer wieder geriet der Ministerpräsident wegen ausschweifender Partys und angeblicher sexueller Affären etwa mit Callgirls in die Schlagzeilen. Seine Frau Veronica Lario reichte wegen der Eskapaden die Scheidung ein.

Berlusconi hofft auf Aufschub

Die Eskapaden brachten Berlusconi zudem vor Gericht. Im "Ruby"-Sexprozess braucht der Premier wohl auch einen langen Atem. Beflügelt von einer Weichenstellung des italienischen Verfassungsgerichts streben seine Verteidiger eine rasche Aussetzung des Sexprozesses an. Das Verfassungsgericht hatte in Rom einen Einspruch des Regierungschefs gegen die Richter in seinem laufenden Mailänder "Ruby"-Verfahren für zulässig erklärt, wie italienische Medien berichteten.

Berlusconis Anwalt Piero Longo zeigte sich zufrieden: "Wir waren sicher, dass so entschieden würde." Weil das Verfassungsgericht den Berichten zufolge in der Sache allerdings erst nach dem Sommer entscheiden dürfte, könnte der ohnehin schleppend begonnene Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten um Monate ausgesetzt werden.

Vor den Verfassungsrichtern geht es um die Frage, ob der "Fall Ruby" weiterhin vor dem Mailänder Gericht verhandelt wird oder vor einem speziellen Ministergericht, wie es der angeklagte Berlusconi verlangt. Dass die Verfassungsrichter Berlusconis Einspruch für zulässig erklärt haben, stoppt dessen Sexprozess allerdings nicht automatisch. Dafür müsste das Mailänder Gericht einem Antrag auf Unterbrechung stattgeben, den die Anwälte zuvor stellen müssen.

Verfassungsgericht muss Zuständigkeit klären

Italienische Medien spekulierten, durch diese juristische Entwicklung werde Berlusconi wohl ein Aufschub gewährt. So könnten die Mailänder Richter den Sexprozess bereits bei der kommenden Verhandlung am 18. Juli aussetzen, bis das Verfassungsgericht die Zuständigkeit endgültig geklärt habe. Ein genauer Termin für die nächste Sitzung des Verfassungsgerichts wurde zunächst nicht bekannt.

Berlusconi steht seit Anfang April vor Gericht. Der 74-Jährige soll mit der damals minderjährigen Karima al-Marough alias "Ruby Rubacuori" (Ruby Herzensbrecherin) wilde "Bunga-Bunga"-Nächte in seiner Luxusvilla bei Mailand veranstaltet haben. Amtsmissbrauch wird ihm vorgeworfen, weil er das Mädchen persönlich mit einem Anruf vor einer Festnahme rettete.

Der Einspruch von Berlusconi und seinen Verteidigern gegen die Zuständigkeit des Mailänder Gerichts könnte letztendlich dazu führen, dass der Prozess komplett neu aufgerollt werden muss. Auch alle belastenden Ermittlungsakten der Mailänder Staatsanwälte wären im Falle einer Ablehnung des Mailänder Gerichts ungültig, argumentieren Berlusconis Anwälte.

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Quelle: n-tv.de

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