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Die Menschen sind von den Behörden in Flüchtlingslager in Tripolis gebracht worden.
Die Menschen sind von den Behörden in Flüchtlingslager in Tripolis gebracht worden.(Foto: picture alliance / dpa)

Großrazzia in Tripolis: Libyen nimmt 600 Flüchtlinge fest

Ein großer Teil der Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa durchquert Libyen. Die chaotischen politischen Zustände in dem nordafrikanischen Land machen es leicht für die Schlepper. Jetzt scheinen die Behörden ihre Taktik zu ändern.

In Libyen sind nach Angaben der Behörden rund 600 Flüchtlinge festgenommen worden, die auf dem Weg nach Europa waren. Die Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern seien bei einer Razzia im Raum Tripolis gefasst worden, sagte ein Vertreter des Grenzschutzes der Nachrichtenagentur AFP. Die Festgenommenen hätten über das Mittelmeer in die Europäische Union gelangen wollen. Sie seien in Flüchtlingslager in Tripolis gebracht worden.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi versinkt Libyen immer tiefer im Chaos. Dieses wird von kriminellen Schleppern ausgenutzt, die am Elend der Flüchtlinge verdienen wollen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer hatten die EU-Außenminister vor wenigen Tagen das Konzept einer Marinemission gebilligt, mit der gegen Schlepperbanden vorgegangen werden soll. Geplant ist unter anderem ein Vorgehen gegen Schlepperboote in internationalen und libyschen Hoheitsgewässern und als mögliche weitere Stufe auch gegen Einrichtungen der Schleuser an Land. Allerdings machen die Europäer das militärische Vorgehen gegen die Schlepperboote von einem UN-Mandat beziehungsweise dem Einverständnis der libyschen Behörden abhängig.

Quelle: n-tv.de

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