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Politik
Revolutionsführer Castro in schwarz-weiß.

Revolutionsführer Castro in schwarz-weiß.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Sonntag, 21. August 2011

Castros Erfolge und der Mauerbau: Linke zofft sich

So richtig grün ist sich die Linke zurzeit nicht. Nachdem das Führungsduo Lötsch und Ernst dem kubanischen Revolutionsführer Castro gehuldigt hat, regt sich der Unmut. "Mir steht es bis hier oben", schimpft der Berliner Linken-Chef Lederer. Fraktionschef Gysi ärgert sich über die Mauer-Diskussionen.
Ernst und Lötzsch sorgen für Unmut - auch innerhalb der eigenen Partei.

Ernst und Lötzsch sorgen für Unmut - auch innerhalb der eigenen Partei.
(Foto: picture alliance / dpa)

Nach den Äußerungen von Linken-Chefin Gesine Lötzsch zur Berliner Mauer und ihrem gemeinsam mit Ko-Parteichef Klaus Ernst verfassten Glückwunschschreiben zum 85. Geburtstag des früheren kubanischen Staatschefs Fidel Castro kommt die Partei weiter nicht zur Ruhe. "Mir steht es bis hier oben", sagte der Berliner Linken-Chef Klaus Lederer dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag" mit Blick auf den Geburtstagsbrief. Ihm dränge "sich der Eindruck auf, dass hier einige ihre sektenmäßigen Rechnungen auf dem Rücken der wahlkämpfenden Landesverbände austragen wollen". In Berlin wird in vier Wochen ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Lötzsch und Ernst hatten Castro in einem Brief zu seinem 85. Geburtstag am 13. August gratuliert. Darin loben sie unter anderem die "für Lateinamerika beispiellosen sozialen Errungenschaften", die Kuba zum "Orientierungspunkt für viele Völker der Welt" gemacht hätten. Auch würdigten sie Castros "kampferfülltes Leben" und sein erfolgreiches Wirken. Auf die Verletzungen der Menschenrechte in Kuba gingen die beiden Vorsitzenden der Bundes-Linken nicht ein. Lötzsch hatte zudem zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August die Berliner Mauer als logische Folge des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, wofür sie massiv kritisiert wurde.

Gysi muss sich wieder einmal mit seiner eigenen Partei beschäftigen.

Gysi muss sich wieder einmal mit seiner eigenen Partei beschäftigen.
(Foto: dapd)

In diese Kritik stimmte nun auch Gregor Gysi, Chef der Linksfraktion im Bundestag, ein. "Klar, Geschichte folgt aus Geschichte, das hilft uns aber nicht weiter", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". In seiner Partei gebe es Menschen, die die DDR verteidigten, "um die eigene Biographie zu verteidigen". "Aber es hilft nichts, die Mauer war nun mal Mist", sagte Gysi. Auf die Frage, warum Lötzsch den Mauerbau offenbar nicht bedaure, antwortete er: "Fragen Sie sie doch selber."

ghö/dpa

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