Politik

Jubel, Niederlagen, Rücktritte: +++ Liveticker zur Bundestagswahl +++

FDP-Chef Rösler ist weg, seine Partei am Boden, bei den Grünen steht das Spitzenpersonal vor dem Absprung und Debatten über mögliche Koalitionen beginnen: Nach der Wahl sind die Parteien ordentlich in Aufruhr. Was alles los ist - im Liveticker von n-tv.de erfahren Sie es.

+++ 16:50 n-tv.de beendet den Liveticker - vorerst +++
Die Fraktionen haben sich getroffen, bei den Grünen hat es eine Reihe von Rücktritten gegeben, die FDP packt im Bundestag ihre Sachen zusammen - doch bis zur Aufnahme von Sondierungsgesprächen dürfte es noch ein paar Tage dauern. n-tv.de beendet den Liveticker daher. Aber natürlich halten wir weiter auf dem Laufenden, online oder im TV.

+++ 16:05 Trittin will Sondierungsgespräche führen +++
In einem kurzen Statement nach der Fraktionssitzung der Grünen kündigt der bisherige Fraktionschef Jürgen Trittin an, er wolle gegebenenfalls zwar Sondierungsgespräche führen, aber nicht erneut für das Amt des Fraktionschefs kandidieren. Eine neue Generation müsse die Partei in den Wahlkampf 2017 führen, so Trittin. CSU-Chef Horst Seehofer hatte zuvor gesagt, er werde nicht mit "den Spitzenleuten der Grünen" sprechen, "die im Wahlkampf eine Rolle gespielt haben". Falls es Sondierungen zwischen Union und Grünen geben sollte, dürfte Seehofer folglich nicht mit am Tisch sitzen.

+++ 15:52 Lindner fordert Gestaltungsspielraum +++
Nach seiner möglichen Wahl zum FDP-Chef will sich der bisherige Vizevorsitzende Christian Lindner erheblichen Gestaltungsspielraum in der Partei herausnehmen. "In dieser außergewöhnlichen Situation beanspruche ich für mich auch außergewöhnliche Möglichkeiten", sagte Lindner in Düsseldorf. Die Spitzenposten in der künftigen FDP sollten nicht nach Proporzerwägungen besetzt werden, sondern mit "Persönlichkeiten, die ein eigenes Profil und ein eigenes Gewicht haben". Als Parteichef wolle er langfristig die Weichen stellen für eine Rückkehr in den Bundestag bei der nächsten Wahl, sagte Lindner. "Der Test des Neuanfangs der FDP ist die Bundestagswahl 2017."

+++ 15:37 Hofreiter tritt als Grünen-Fraktionschef an +++
Der Verkehrspolitiker Anton Hofreiter will neuer Grünen-Fraktionschef werden. Er trete an, sagte er laut Teilnehmern in einer Fraktionssitzung in Berlin.

+++ 15:12 Künast und Roth wollen den selben Posten +++
Den Grünen steht eine Kampfkandidatur um den Posten der Bundestagsvizepräsidentin ins Haus. Neben der scheidenden Parteichefin Claudia Roth kündigte die ebenfalls abtretende Fraktionsvorsitzende Renate Künast an, für das Amt zu kandidieren. Künast sagte dem Sender Phoenix, sie wolle mit ihrem angestrebten Ämterwechsel vom Fraktionsvorsitz zur Bundestagsvizepräsidentin einen Beitrag zur Verjüngung und Erneuerung der Partei leisten.

+++ 14:58 Mißfelder für Gespräche mit SPD und Grünen +++
Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, plädiert für Gespräche sowohl mit der SPD als auch den Grünen. "Ich selber gehöre ja zu dem Teil der CDU, der den Grünen sehr, sehr skeptisch gegenübersteht", sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Es habe aber keinen Sinn, nur auf die Zusage der SPD zu hoffen. "Ich bin dafür, dass wir zu beiden vernünftig Kontakt aufnehmen und dann inhaltlich ausloten, was die Preise möglicherweise für eine solche Koalition sind."

+++ 14:23 Göring-Eckardt will Fraktionschefin werden +++
Die Grünen-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, will Fraktionschefin der Grünen im Bundestag werden. Das teilt Göring-Eckardt nach Angaben von Teilnehmern auf einer Zusammenkunft der bisherigen und neuen Bundestagsabgeordneten der Partei in Berlin mit. Sie wolle nach ihrer Spitzenkandidatur nun Verantwortung im Fraktionsvorstand übernehmen.

+++ 13:54 Trittin zieht sich von Fraktionsführung zurück +++
Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wird sich nicht mehr um eine weitere Amtszeit bewerben. "Ich werde für Fraktionsspitze nicht wieder antreten", erklärt er über Twitter.

+++ 13:38 CSU strebt Große Koalition an +++
CSU-Chef Seehofer will nicht mit den Grünen-Politikern sprechen, "die im Wahlkampf eine Rolle gespielt" haben. Ziel der CSU sei eine Große Koalition. "Wenn es möglich ist und wenn die Sozialdemokraten das wollen", werde man mit der SPD Gespräche aufnehmen, sagt Seehofer nach einem Treffen mit der CSU-Landesgruppe in Berlin.

+++ 13:04 Bosbach wenig begeistert von Großer Koalition +++
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, kann sich eine Koalition mit den Grünen nicht vorstellen. Die politischen Inhalte und Überzeugungen seien sehr weit voneinander entfernt, sagt der CDU-Politiker bei n-tv. Auch seine Begeisterung über eine Große Koalition halte sich in Grenzen. "Aber die Frage ist: Wie sähe denn die Alternative aus?"

+++ 12:57 Kretschmann will Sondierungsgespräche +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ruft die Grünen dazu auf, sich etwaigen Sondierungsgesprächen mit der Union über eine schwarz-grüne Koalition nicht zu verschließen. "Wir sollten diese mit großem Ernst führen, vorausgesetzt die andere Seite tut das auch", sagt der Grünen-Politiker.

+++ 12:24 Schlömer tritt ab +++
Der Vorsitzende der Piratenpartei Bernd Schlömer zieht sich zurück. "Tschüß 'Piraten! Das war es für mich", verkündet er über Twitter. Er bedankt sich bei den Piraten für viereinhalb "tolle Jahre" im Bundesvorstand.

Bilderserie

+++ 11:55 Spahn findet Schwarz-Grün spannend +++
Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hält eine schwarz-grüne Koalition für denkbar. "Schwarz-Grün hätte mal was Neues, wäre spannend, wäre mutig", sagt Spahn bei n-tv. "Allerdings haben die letzten Monate mit dem Linksruck der Grünen, mit einer Steuererhöhungsorgie es nicht eben leichter gemacht."

+++ 11:38 Mehrheit der Deutschen will Große Koalition +++
Nach der Bundestagswahl befürwortet eine deutliche Mehrheit der Deutschen eine Große Koalition. Das geht aus dem "Deutschlandtrend Extra" der ARD hervor. Das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag finden 60 Prozent der  Befragten gut.

+++ 11:06 Kubicki will FDP-Bundesvize werden +++
Der Kieler FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki möchte stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei werden und strebt nicht den Posten des Generalsekretärs an. Der 61-Jährige werde sich beim nächsten Parteitag als Bundesvize bewerben, sagt eine Parteisprecherin.

+++ 10:55 FDP-Fraktion sagt "Tschüss" +++
Die Bundestagsfraktion der Liberalen verabschiedet sich. Über Twitter teilt sie mit: "Es hat nicht gereicht: Im 18. Bundestag gibt es keine @fdp_fraktion mehr. Wir verabschieden uns nun von euch und danken für die gute Zeit."

+++ 10:39 Kauder will sich mit SPD abstimmen +++
Unions-Fraktionschef Volker Kauder will mögliche Koalitionsverhandlungen mit der SPD nicht durch Beschlüsse der noch amtierenden schwarz-gelben Koalition belasten. "Daher biete ich an, das Prozedere zu wiederholen, auf das wir uns bei den letzten Verhandlungen zur großen Koalition geeinigt hatten: Entscheidungen, die während der Verhandlungen anstehen, werden mit der Koalitionsarbeitsgruppe abgestimmt", sagt Kauder dem "Spiegel".

+++ 10:03 Künast zieht sich von Fraktionsspitze zurück +++
Renate Künast zieht sich vom Amt der Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag zurück. Sie habe diese bereits vor Längerem getroffene Entscheidung bei einem Treffen der Abgeordneten ihres Realoflügels mitgeteilt, sagt sie.

+++ 9:40 Fischer: Grüne vergraulten Wähler +++
Der frühere Außenminister Joschka Fischer wirft der amtierenden Grünen-Spitze vor, sie habe "eine Strategie verfolgt, die nicht nur keine neuen Wähler gewann, sondern viele alte vergraulte". Die Grünen hätten "statt über Umwelt und Europa, Bildung und Familien nur über Steuern und Abgaben geredet". Es sei ein "fataler Fehler" gewesen, die Grünen "strategisch auf einen Linkskurs zu verringern", so der ehemalige Grünen-Spitzenpolitiker.

Video

+++ 9:18 Stegner fordert selbstbewusste SPD +++
SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner steht einer Großen Koalition aus Union und Sozialdemokraten weiter ablehnend gegenüber. "Natürlich hat hier niemand eine Neigung, mit Frau Merkel zusammen zu regieren", sagt der SPD-Linke im RBB. Schließlich habe seine Partei für einen Regierungswechsel gekämpft. Nun gehe es darum, "dass eine selbstbewusste SPD sich nicht nach anderen Parteien richtet, sondern nach sich selbst".

+++ 8:58 Kauder drängt SPD +++
Union-Fraktionschef Volker Kauder warnt die SPD davor, die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union zu verzögern. "Europa wartet nicht auf die Regierungsbildung in Deutschland. Wir müssen handlungsfähig sein", sagt Kauder dem "Spiegel".

+++ 8:38 Roth hat neue Pläne +++
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth will sich nach dem Abschied aus ihrem Amt neuen Aufgaben widmen. "Ich möchte mich gern in der Fraktion bewerben für das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags", sagt Roth in der ARD. Mit Blick auf mögliche Koalitionsgespräche mit der Union fügte sie hinzu, die Grünen seien "bereit, mit demokratischen Parteien zu sondieren".

+++ 8:12 Seehofer will nicht mit Grünen reden +++
CSU-Chef Horst Seehofer will mit den Grünen keine Gespräche über eine mögliche Koalition führen. "Ich werde solche Gespräche jedenfalls nicht führen, damit hat sich das", sagt Seehofer dem "Spiegel". Die Grünen präge ein "Geist der Bevormundung". Hinzu komme "die Vergangenheit von Jürgen Trittin und Volker Beck",  so Seehofer.

+++ 7:44 Roth will Neuausrichtung +++
Die langjährige Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bestätigt, dass sie nicht mehr für das Amt kandidieren will. "Ich werde bei der Neuwahl des Bundesvorstands nicht mehr antreten", sagte sie. "Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Neuausrichtung."

+++ 07:15 Junge Liberale: Zu viele Fehler gemacht +++
Der Chef der Jungen Liberalen, Lasse Becker, kritisiert scharf die Politik der FDP. "Wir haben zu viele Fehler gemacht", sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Die Zweitstimmenkampagne sei würdelos gewesen. Wichtiger als Personalfragen sei nun die "inhaltliche Neuaufstellung".

Video

+++ 6:23 Schäuble: Kurs in Euro-Politik bleibt +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist davon überzeugt, dass sowohl mit Grünen als auch SPD im Falle einer Koalitionsbildung der bisherige Kurs in der Euro-Schuldenkrise fortgeführt werden kann. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" sagt der CDU-Politiker: "Die Bundeskanzlerin ist eine der zentralen Persönlichkeiten in Europa." Man habe unbeirrbar Kurs in der Euro-Politik gehalten. "Das muss im Interesse Deutschlands und unserer Zukunft auch so bleiben."

+++ 5:44 Bütikofer kritisiert Trittin +++
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin gerät immer heftiger in die Kritik. Der Europaparlamentarier und ehemalige Parteivorsitzende Reinhard Bütikofer fordert einen Wechsel an der Spitze der Grünen-Bundestagsfraktion, die Trittin zusammen mit Renate Künast bildet. Trittin habe als Spitzenkandidat ein starkes Mandat der gesamten Partei gehabt, nicht zuletzt der Realos. "Aber aufgetreten ist er nur als Sprecher für den linken Flügel", sagt Bütikofer der "Süddeutschen Zeitung".

+++ 5:00 Nahles sieht große Skepsis gegenüber Schwarz-Rot +++
In der Diskussion über mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl hat sich SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zurückhaltend zu einem schwarz-roten Bündnis geäußert. Es werde keinen "Automatismus" für eine große Koalition geben, sagte Nahles der "Passauer Neuen Presse". Die Skepsis in der SPD sei sehr groß. Nahles verwies darauf, dass auch die Grünen als Partner für CDU und CSU in Frage kämen. Eine Koalition mit Grünen und Linken schließt Nahles für die gesamte neue Legislaturperiode aus: "Es wird in dieser Legislaturperiode kein Rot-Rot-Grün geben", sagte sie der Zeitung.

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+++ 03:32 Hamburger CDU vermisst Briefwahlstimmen +++
Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion moniert "massive Ungereimtheiten" beim Hamburger Wahlergebnis. Im vorläufigen Ergebnis des Landeswahlleiters liege der Anteil der Briefwähler nur bei 15,5 Prozent. Das sei der niedrigste Wert seit 1994, obwohl noch am Wahltag von einem neuen Briefwahlrekord die Rede war, moniert Sprecherin Julia Wagner. Laut dem Statistischen Landesamt Nord seien 301.884 Wahlscheine für die Briefwahl ausgegeben worden. Ins Wahlergebnis seien aber rund 103.000 Briefwähler weniger eingeflossen. Derartig große Abweichungen habe es in früheren Bundestagswahlen nicht gegeben. Demnach hätten höchstens 17.000  Briefwähler ihre Stimmen nicht abgegeben. 

+++ 01:34 CDU-Vize Laschet fordert Gespräche mit den Grünen +++
CDU und CSU streiten offenbar über die Frage, ob mit den Grünen über eine mögliche Koalition gesprochen werden soll. CDU-Vize Armin Laschet sagte der "Welt": "Wir sollten neben der SPD auch mit den Grünen reden und dann bewerten, mit wem sich die meisten Inhalte des Unionsprogramms durchsetzen lassen." Diese Offenheit stehe der Union gut zu Gesicht. Auch das CDU-Bundesvorstandsmitglied Younes Ouaqasse plädiert dafür, den Grünen ein Angebot zu unterbreiten.

+++ 0:20 Claudia Roth will Grünen-Vorsitz abgeben +++
Grünen-Chefin Claudia Roth will sich nach Informationen des "Spiegels" nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden zur Wahl stellen. Das habe Roth am Abend bei einem internen Treffen grüner Bundestagsabgeordneter vom linken Parteiflügel angekündigt, heißt es. Damit übernehme die langjährige Parteichefin Verantwortung für das schlechte Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl. Bei der Zusammenkunft habe Roth angekündigt, sie werde bei der Neuwahl im Herbst Platz für Erneuerung machen.

+++ 22:52 Hessens FDP-Spitze will zurücktreten +++
Nach der schweren Niederlage der hessischen FDP bei der Landtagswahl stellt Parteichef Jörg-Uwe Hahn sein Amt zur Verfügung. Bei einer Neuwahl auf dem Parteitag im November werde er nicht mehr kandidieren, kündigte Hahn Abend an. Möglicherweise werde beim Parteitag auch ein neues Präsidium und ein neuer Parteivorstand gewählt. In Oberursel hatte die Parteiführung zuvor mehrere Stunden über die personellen Konsequenzen nach der Landtagswahl beraten. Die Liberalen waren am Sonntag auf 5,0 Prozent gestürzt und nur ganz knapp noch in den Landtag eingezogen.

+++ 21:23 Die meisten Deutschen sind froh über die FDP-Pleite +++
Die Liberalen müssen viel Schadenfreude ertragen: 60 Prozent der Deutschen sind froh, dass die FDP aus dem Bundestag ausscheidet. Das ermittelte das Institut Infratest dimap am Montag für die ARD. Der Erhebung zufolge finden 37 Prozent es schlecht oder weniger gut, dass die FDP rausgeflogen ist. 64 Prozent der Deutschen wünschen sich nun eine Große Koalition. Schwarz-Grün hielten 32 Prozent für gut oder sehr gut, Rot-Rot-Grün 25 Prozent.

+++ 21:16 Lindner strebt Doppel-Amt an +++
Nordrhein-Westfalens FDP-Fraktionschef Christian Lindner will sein Amt im Düsseldorfer Landtag behalten, auch wenn er Vorsitzender der Bundespartei wird. Seinen Posten als Landesvorsitzender werde der 34-Jährige dagegen abgeben, sagt der Generalsekretär der NRW-FDP, Marco Buschmann.

Video

+++ 21:05 Homburger will FDP-Landesvorsitz loswerden +++
Der FDP läuft das Spitzenpersonal davon: Auch die baden-württembergische FDP-Landeschefin Birgit Homburger will nicht noch einmal für das Amt antreten. Das erfährt die Nachrichtenagentur dpa. Die Partei hatte am Sonntag in Baden-Württemberg ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt bei einer Bundestagswahl eingefahren.

+++ 20:55 Schäuble appelliert: "Erst kommt der Staat" +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble appelliert an SPD und Grüne, nicht aus parteipolitischen Gründen bestimmte Koalitionen abzulehnen. "Wir sind alle Demokraten. Wir haben alle gelernt, dass wir auch eine Verantwortung für den Staat haben", sagt der CDU-Politiker im ZDF und belehrt: "Erst kommt der Staat und dann die Partei und nicht umgekehrt. Und das wird dann auch für die anderen gelten."

+++ 20:11 Zeitungen lästern über FDP-Debakel +++
Der Misserfolg der FDP ist ein gefundenes Fressen für bissige Zeitungskommentatoren. Die "Frankfurter Neue Presse" analysiert, die Liberalen hätten "Sympathien mit einem biederen Brot-und-Butter-Wahlkampf verspielt - und dann mit ihrer Zweitstimmenkampagne als winselndes Anhängsel der Union jegliche Selbstachtung aufgegeben." Der "Reutlinger Generalanzeiger" bemängelt zu wenig Leidenschaft. Ergänzend bemerkt die "Rhein-Zeitung": "Sie haben nicht nur jede Menge taktische Fehler gemacht, sondern sie haben auch schlicht die Augen verschlossen vor allem, was ihnen an Bürger-Botschaften übermittelt wurde." In der "Welt" wird leicht ironisch bemerkt: "Der politisch organisierte Liberalismus ist jetzt APO - außerparlamentarische Opposition. Das passt gut. Wer Karriere machen will, geht wohl nicht zu den Liberalen."

+++ 19:55 Wähler lästern im Netz über arbeitslose FDP-Politiker +++
Vor allem die arg gebeutelte FDP muss im Internet beißende Kritik anstecken. Vor allem die Tatsache, dass viele Köpfe aus der arbeitgeberfreundlichen Partei nun arbeitslos sind, lässt Tausende Nutzer lästern. @RobVegas etwa postete ein Bild von Außenminister Guido Westerwelle, Ex-FDP-Chef Philipp Rösler und Parteilegende Hans-Dietrich Genscher - auf der Wartebank beim Arbeitsamt.

+++ 19:24 Hessens CDU wird mit SPD und Grünen verhandeln +++
Nach der Landtagswahl in Hessen will die CDU erste Gespräche sowohl mit SPD als auch den Grünen führen. Ein kleiner Parteitag der CDU erteilt Parteichef und Ministerpräsident Volker Bouffier den Auftrag, entsprechende Sondierungsgesprächen zu beginnen. Die Entscheidung der 150 Delegierten sei einstimmig gefallen, sagt Bouffier. Seine CDU holte 38,3 Prozent der Stimmen, die SPD 30,7, die Grünen 11,1 Prozent.

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+++ 19:16 Merkel bekommt viel Zeit zur Regierungsbildung +++
Die erste Sitzung des neuen Bundestags wird wohl erst Ende Oktober stattfinden. "Am 22. Oktober wird es vermutlich die konstituierende Bundestagssitzung geben", sagt Parlamentspräsident Norbert Lammert. Damit wird die maximale Frist ausgereizt, die laut Grundgesetz zwischen der Bundestagswahl und seiner Konstituierung liegen darf. Der Bundestag wählt den Kanzler oder die Kanzlerin.

+++ 19:00 Obama übermittelt Merkel sein "Thank You" +++
US-Präsident Barack Obama hat Kanzlerin Angela Merkel am Telefon zum Wahlerfolg gratuliert. Der Präsident habe zum Ausdruck gebracht, wie sehr er Merkels Freundschaft, Führungskraft und ihre unerschütterliche Unterstützung des transatlantischen Verhältnisses schätze, teilt das Weiße Haus mit.

+++ 18:53 Kraft findet auch Opposition nicht schlecht +++
Die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD, Hannelore Kraft, schließt eine Oppositionsrolle für die SPD nicht aus. "Die SPD ist zwar bereit, Gespräche mit der Union zu führen, doch sind diese in beide Richtungen ergebnisoffen", sagt sie. Eine Große Koalition mag sie nur schwer akzeptieren: Die SPD sei nicht angetreten, um als Mehrheitsbeschafferin die Union an der Regierung zu halten.

+++ 18:49 Grüner Palmer fände Schwarz-Grün einen "brutalen Wortbruch +++
Die Grünen sind nun führungslos - an der Spitze beginnt nun das Gerangel um Posten. Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer positioniert sich unterdessen klar gegen ein Bündnis mit der Union. "Das wäre ein brutaler Wortbruch", sagte er der Zeitung "Mannheimer Morgen". Palmer gilt als Realo und befürwortete bislang grundsätzlich eine Öffnung hin zur Union.

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+++ 18:25 Steinmeier stellt sich schon morgen zur Wahl +++
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier stellt sich am morgigen Dienstag den SPD-Bundestagsabgeordneten zur Wiederwahl. Der geschäftsführende Fraktionsvorstand habe den 57-Jährigen einstimmig vorgeschlagen, teilt ein Sprecher mit. Eine Wiederwahl in der von 146 auf 192 Mitglieder gewachsenen Fraktion gilt als sicher.

+++ 18:20 Finanzmärkte befürchten lähmenden Machtpoker +++
Das drohende Gezerre um die künftige Regierung verunsichert auch die Finanzmärkte. Am ersten Tag nach der Wahl gibt es einige Bewegung. An der Frankfurter Börse schließt der deutsche Leitindex Dax nach seiner starken Vorwoche mit einem Minus von 0,47 Prozent bei 8635,29 Punkten. In der vergangenen Woche hatte er mehrfach Rekordstände erobert und am Schluss 1,95 Prozent hinzugewonnen. Der Kurs des Euro fällt unter die Marke von 1,35 US-Dollar. Details zu den Entwicklungen an den Märkten bieten die Marktberichte auf n-tv.de.

+++ 18:09 Berlins CDU-Chef hat bei der SPD "Bauchschmerzen" +++
Berlins CDU-Chef Frank Henkel fordert die Bundespartei auf, nicht nur mit der SPD, sondern auch mit den Grünen zu verhandeln. Eine Große Koalition sei "keine Liebesheirat". Zwar arbeite die CDU in Berlin gut mit der SPD zusammen. "Mit Blick auf den Bund habe ich aber erhebliche Bauchschmerzen", sagt Henkel. Die SPD habe sich seit 2005 verändert und sei nun unberechenbar. Mit Blick auf die Grünen meint Henkel jedoch auch: "Eine Partnerschaft mit der alten und gescheiterten Garde, mit Trittin, Künast und Roth, das kann ich mir für die CDU nicht vorstellen."

+++ 17:41 Stegner setzt die SPD-Spitze unter Druck +++
Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner bekräftigt noch einmal seine Forderung nach einer Öffnung hin zur Linken. "Es ist unvernünftig, dass auf Dauer eine Mehrheit links der Union nicht genutzt werden kann", sagt der Parteilinke. "Sigmar Gabriel kennt meine Position." Doch die führenden Genossen wollen kein rot-rot-grünes Bündnis.

+++ 17:35 Neue Unionsfraktion ist besonders jung +++
CDU und CSU werden in ihrer künftigen Fraktion im Bundestag besonders viele junge Abgeordnete haben. "27 MdBs aus den Reihen der Jungen Union - das ist Rekord!", teilt die Jugendorganisation mit.

+++ 17:02 Erzbischof Zollitsch kondoliert der FDP +++
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, bedauert das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag. Dies sei "ein Verlust für Deutschland", sagt Zollitsch. Als kommende Regierungskoalition könne er sich Schwarz-Rot ebenso vorstellen wie Schwarz-Grün, fügt er hinzu.

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Quelle: n-tv.de

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