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Dieser Protest ist vor allem medienwirksam.
Dieser Protest ist vor allem medienwirksam.(Foto: REUTERS)

Wieder blutige Proteste in Calais: London und Paris verkünden Teilerfolg

Das Flüchtlingslager in Calais ist ein französisches Problem vor der ausgelagerten britischen Grenze. Nun suchen Paris und London zumindest für unbegleitete Kinder eine schnelle Regelung. Die Demonstranten verschaffen sich indes Gehör.

Frankreich und Großbritannien sind offenbar nahe dran, eine Lösung für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Calais zu finden. Wenn es familiäre Verbindungen nach Großbritannien gibt, sollen die Betroffenen zu ihren Verwandten weiterreisen dürfen, teilten Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron nach einem Treffen in der nordfranzösischen Stadt Amiens mit.

Die Flüchtlingskrise in Calais hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen zwischen Paris und London geführt.
Die Flüchtlingskrise in Calais hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen zwischen Paris und London geführt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir brauchen eine schnellere und effizientere Lösung für unbegleitete Minderjährige", sagte Hollande nach Ende des französisch-britischen Gipfeltreffens. Die zuständigen Ministerien beider Länder sollten diese Fälle rasch prüfen. Nach Angaben von Hilfsorganisationen halten sich mehr als 300 Minderjährige ohne Begleitung in dem Barackenlager auf.

Wieder blutige Proteste

Aus Protest gegen die Räumung des Flüchtlingslagers hatten sich erneut mehrere Iraner den Mund zunähen lassen. Die teilweise maskierten Flüchtlinge ließen die quälende Prozedur im Beisein von Pressefotografen und TV-Kameraleuten geschehen. Dabei wurde ein Schild mit der Aufschrift "Will you listen now?" (Hört Ihr jetzt zu?) hochgehalten. Bereits am Montag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Flüchtlingen, Aktivisten und der Polizei.

Briten versprechen finanzielle Hilfe

Cameron kündigte unterdessen an, Großbritannien werde Frankreich in diesem Jahr zusätzlich mit 22 Millionen Euro in der Flüchtlingsfrage unterstützen. Die beiden Politiker wiesen darauf hin, die Flüchtlingsfrage sei ein europäisches Thema. Deswegen muss es nach ihren Worten beim EU-Türkei-Gipfel am kommenden Montag um eine realistische, effektive und einheitliche Position gehen.

Die Grenzen von Großbritannien, das nicht Mitglied im Schengen-Raum ist, werden bereits in Calais kontrolliert. Deswegen sammeln sich seit Jahren Tausende von Flüchtlingen in der nordfranzösischen Stadt. Sie wollen per Schiff oder über auf Zügen verladene Lastwagen illegal auf die Insel gelangen. Dort versprechen sie sich bessere Startbedingungen.

Hollande appellierte erneut an die betroffenen, in Frankreich Asyl zu beantragen. Dafür stehe in Calais und dem Rest des Landes alles bereit, sagte der Staatschef.

Kein Druck in Richtung London

Die Ankündigung von Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU könne Frankreich seine Grenzkontrollen vor dem Kanaltunnel in Calais beenden, wiederholte Hollande nicht. Frankreich werde keinen Druck ausüben, dies sei eine Entscheidung der britischen Wähler am 23. Juni. Gleichzeitig betonte Hollande, die Konsequenzen eines "Brexit" seien für niemanden abzusehen. Macron hatte der "Financial Times" gesagt: "Wer sich entscheidet, den gemeinsamem Markt zu verlassen, wird nicht in der Lage sein, die gleichen Bedingungen zu garantieren."

Quelle: n-tv.de

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