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Der Angriff begann auf der London Bridge.
Der Angriff begann auf der London Bridge.(Foto: imago/i Images)

Drei Attentäter getötet: Londoner Polizei: Siebtes Opfer gestorben

Wieder wird Großbritannien Ziel eines Terrorangriffs. In London kommen bei zwei Attacken mindestens sieben Menschen ums Leben. Außerdem werden die Angreifer getötet.

Nach den Terrorattacken in London geht die Polizei derzeit von nur drei Tatverdächtigen aus. Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley am frühen Morgen. Drei Terroristen waren nach den Attacken in der Nacht zum Sonntag erschossen worden. Die schwarz gekleideten Männer trugen Westen, die so aussahen, als würden sie Sprengstoff enthalten. Es handelte sich nach Polizeiangaben jedoch um harmlose Attrappen.

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Die Polizeipräsenz in der britischen Hauptstadt solle in den kommenden Tagen erhöht werden, sagte Rowley weiter. Bei den Anschlägen an der London Bridge und am nahen Borough Market kamen nach Polizeiangaben sieben Menschen ums Leben, außerdem wurden die drei mutmaßlichen Täter erschossen. Nach letzten Angaben der Notärzte werden derzeit 48 Verletzte in verschiedenen Londoner Krankenhäusern behandelt. Weitere Opfer seien schon vor Ort versorgt worden, teilte der Rettungsdienst auf Twitter mit. Nach Angaben des n-tv Reporters vor Ort sind einige Menschen so schwer verletzt, dass möglicherweise noch mit weiteren Toten zu rechnen ist.

"Gezielte, feige Attacke"

Premierministerin Theresa May sprach am frühen Morgen von einem möglichen Terrorakt. Sie berief Medienberichten zufolge eine Sondersitzung des Cobra-Komitees, des höchsten britischen Sicherheitsgremiums, ein. Die regierenden Konservativen teilten mit, dass sie ihren Wahlkampf am Sonntag auf nationaler Ebene unterbrechen. Zunächst würden die weiteren Details des Anschlags abgewartet. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher.

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Die britische Innenministerin Amber Rudd nannte die Anschläge "entsetzlich". Diese hätten sich gegen Menschen gerichtet, die sich mit ihren Freunden und Familien amüsiert hätten, sagte Rudd. Sie sei in Gedanken bei den Opfern und allen Betroffenen. Unter diesen "schwierigen und traumatischen Umständen" sei sie vor allem der Polizei und den Sicherheitskräften für ihren schnellen Einsatz dankbar, so die Innenministerin.

"Wie ein Amoklauf"

Laut Polizeiangaben fuhr am Samstagabend zunächst ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Gruppe von Fußgängern. Dann seien drei Männer aus dem Fahrzeug gesprungen und hätten bereits verletzte Personen mit Messern attackiert. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah". Auf Twitter forderte die Polizei die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden. Die London Bridge wurde komplett abgeriegelt.

Kurz nach dem ersten Zwischenfall wurde eine Messerstecherei aus dem nahegelegenen Borough Market gemeldet. Dort soll geschossen worden sein - ob von der Polizei oder den mutmaßlichen Tätern war unklar. Der Markt ist eine beliebte Touristenattraktion. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt weiträumig ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen.

Der britische Muslimverband MAB verurteilte die Terrorattacken. "Als Mitglieder der Britischen Gesellschaft müssen wir weiterhin alle Terrorakte verurteilen", sagte der MAB-Vorsitzende Dr Omer El-Hamdoonin. "Wir dürfen diesen Kriminellen nicht erlauben, Hass und Angst zu verbreiten. Wir müssen ihre Versuche vereiteln, uns zu spalten."

Quelle: n-tv.de

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