Politik
Immer wieder werden bei Luftangriffen auf Sanaa auch Wohnhäuser getroffen (hier im August).
Immer wieder werden bei Luftangriffen auf Sanaa auch Wohnhäuser getroffen (hier im August).(Foto: AP)
Samstag, 11. November 2017

Verletzte in Jemens Hauptstadt: Luftangriff auf Wohngebiet in Sanaa

Seit drei Jahren tobt im Jemen ein Bürgerkrieg mit Beteiligung der Anrainer. Nun bombardiert die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erneut Rebellen-Stellungen in der Hauptstadt Sanaa. Auch ein Wohngebiet wird getroffen.

Bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa sind nach Augenzeugenberichten mindestens drei Zivilisten verletzt worden. Andere Quellen sprachen von mindestens acht Verletzten. Helfer suchten demnach unter den Trümmern nach Überlebenden.

Der Angriff in der Nacht traf demnach ein Wohngebiet nahe dem Verteidigungsministerium, das ebenfalls bombardiert wurde. Mindestens ein Wohnhaus wurde laut Augenzeugen zerstört, weitere wurden beschädigt. Das Verteidigungsministerium in Sanaa war bereits in der Vergangenheit mehrfach von der Militärkoalition angegriffen worden.

Die Lage in der Region ist angesichts wachsender Konflikte zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran äußerst angespannt. Beide Länder stehen im Konflikt im Jemen auf entgegengesetzten Seiten. Während Teheran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, die Jemens Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes kontrollieren, führt Riad seit März 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen.

Warnung vor Hungerkatastrophe

Nach einem Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad vor wenigen Tagen hatten Saudi-Arabien und seine Verbündeten die Grenzen des Jemen abgeriegelt und ihre Angriffe auf die Rebellen verstärkt. Die Vereinten Nationen hatten zuletzt scharfe Kritik an Saudi-Arabiens Einsatz im Jemen geübt. Die jüngste Blockade der Flug- und Seehäfen mache das Elend der Zivilbevölkerung untragbar, berichteten UN-Organisationen in Genf. Seit vergangenem Wochenende könnten keinerlei Hilfsgüter für die rund 27 Millionen Einwohner mehr ins Land gebracht werden. Hilfsorganisationen hatten in dieser Woche vor einer der weltweit größten Hungerkatastrophen im Jemen gewarnt.

Im Jemen kämpfen seit 2014 die Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh gegen Truppen des international anerkannten Präsidenten Hadi. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet. Durch die Cholera starben dieses Jahr bereits 2100 Menschen.

Quelle: n-tv.de

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