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Sonntag, 07. Mai 2017

"Wir zählen auf Frankreich": Macrons Sieg lässt Europa aufatmen

Die Umfragen waren deutlich - doch Gewissheit herrscht erst mit Schließung der Wahllokale. Nach dem Sieg Macrons bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich herrscht in Europa allerorten Erleichterung.

Nach dem Wahlsieg des liberalen Emmanuel Macron in Frankreich überwiegt in Europa Erleichterung. Als einer der ersten gratulierte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. "Wir zählen auf ein Frankreich im Herzen Europas, um die gesamte Union zu verändern und sie näher an die Bürger zu bringen", twitterte der Italiener.

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich "glücklich, dass die Franzosen eine europäische Zukunft gewählt haben". Er plädierte dafür, gemeinsam "für ein stärkeres und gerechtes Europa" einzutreten. EU-Ratspräsident Donald Tusk gratulierte "dem französischen Volk", das sich für "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" und nicht für "Tyrannei und Fake News" entschieden habe.

Frankreich bleibt auch im höchsten Staatsamt Europa zugewandt.
Frankreich bleibt auch im höchsten Staatsamt Europa zugewandt.(Foto: imago/IPON)

Der Chef  der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, sprach von einem "Votum für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für Europa, für Reformen und für die Zukunft". Das Wahlergebnis zeige, dass die Menschen bereit seien, "gegen Extremismus und Populismus zu kämpfen. Es ist eine immense Erleichterung."

Amtsinhaber François Hollande würdigte die Verbundenheit der Franzosen mit der EU. Er habe Macron angerufen, um ihm herzlich zu gratulieren, und habe ihm viel Erfolg für das Land gewünscht, teilte er mit. "Sein großer Sieg bestätigt, dass eine große Mehrheit unserer Mitbürger sich um die Werte der Republik sammeln wollte und ihre Verbundenheit mit der Europäischen Union sowie mit der Öffnung Frankreichs zur Welt ausdrücken wollte."

Die britische Premierministerin Theresa May ließ mitteilen, sie "beglückwünscht den gewählten Präsidenten Macron zu seinem Wahlsieg. Frankreich ist einer unserer engsten Verbündeten und wir freuen uns darauf, mit dem neuen Präsidenten an einer Reihe von gemeinsamen Prioritäten zusammenzuarbeiten". Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte: "Wie erwartet hat die politische Vernunft der Franzosen gesiegt gegen die Protagonisten des falschen Patriotismus und die Zerstörer der europäischen Idee".

Steinmeier: Mehrheitlich für Weltoffenheit

Zuvor hatte sich bereits die Bundesregierung erleichtert gezeigt. Das Ergebnis sei "ein Sieg für ein starkes geeintes Europa und für die deutsch-französische Freundschaft", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Emmanuel Macron sagte: "Ich freue mich, dass sich die französischen Wähler mit Ihrer Wahl mehrheitlich für Weltoffenheit, ein vereinigtes Europa und die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland entschieden haben."

Deutschland und Frankreich stünden vor großen Herausforderungen. "Uns eint die Überzeugung, dass wir die Gestaltung der Zukunft Europas, die Bewältigung der Krisen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und drängende globale Fragen nur gemeinsam bewältigen können." Steinmeier zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland und Frankreich in den kommenden Jahren "eng, vertrauensvoll und erfolgreich" zusammenarbeiten würden.

Der Pro-Europäer wirbt für eine Vertiefung der europäischen Integration. So will der 39-Jährige einen Haushalt, ein Parlament und einen Finanzminister für die Eurozone. Zusammen mit Deutschland will er außerdem die gemeinsame europäische Verteidigungspolitik stärken. Er schlägt unter anderem einen europäischen Verteidigungsfonds für gemeinsame Rüstungsausgaben vor.

Quelle: n-tv.de

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