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Täter von Paris war "bekannt": Mann in Belgien hat "keine Verbindung" zur Tat

Am Sonntag wird in Frankreich gewählt, wenige Tage vorher erschießt ein Mann auf dem Champs-Élysées einen Polizisten. Parteien sagen Wahlkampfauftritte ab. Die Identität des erschossenen Täters ist laut Staatsanwaltschaft geklärt. Ein Verdächtiger stellt sich.

Kurz vor der Präsidentenwahl hat ein Terrorverdächtiger mitten in Paris einen Polizisten getötet und zwei weitere Beamte verletzt. Die Polizei erschoss den Angreifer. Ein mutmaßlicher Komplize stellte sich den belgischen Behörden in Antwerpen. Nach ihm war laut französischen Innenministerium gefahndet worden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte der Mann jedoch nichts mit der Tat in Paris zu tun. "Nach derzeitigem Stand gibt es keine Verbindung", teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Attacke für sich. Die Bluttat belastet die Wahl an diesem Sonntag erheblich. Staatschef François Hollande kündigte für den heutigen Freitag ein Treffen des Sicherheitskabinetts an. "Wir werden absolute Wachsamkeit zeigen, insbesondere im Hinblick auf den Wahlprozess", sagte er.

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Der Name des mutmaßlichen Täters ist Karim Cheurfi, er war 39 Jahre alt und Franzose, hieß es aus Ermittlerkreisen. Am Donnerstagabend schoss er gegen 21 Uhr auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées mit einer automatischen Waffe auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei. Der Tatort wurde danach weiträumig abgesperrt. Die kilometerlange Straße ist ein Touristenmagnet, dort gibt es viele Geschäfte und Hotels.

Hollande sagte, es spreche einiges für einen Terrorakt. "Wir sind überzeugt, dass die Spuren (...) terroristischer Art sind." Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Ihr Leiter François Molins erklärte, der Täter sei "bekannt" und seine Identität "verifiziert". Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Die Behörden durchsuchten eine Wohnung in einem Vorort östlich von Paris, in der der Mann zuletzt gewohnt haben soll.

Dies soll der Täter gewesen sein: Viel ist von ihm nicht zu erkennen.
Dies soll der Täter gewesen sein: Viel ist von ihm nicht zu erkennen.(Foto: AP)

Der Angreifer sei wegen zwei Angriffen mit Schusswaffen auf zwei Polizisten und einen dritten Mann im Jahr 2005 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, hieß es aus dem Umfeld der Polizei. Im Februar wurde er den Angaben zufolge erneut festgenommen wegen des Verdachts, dass er Polizisten ermorden wolle. Aus Mangel an Beweisen kam er allerdings wieder frei.

"Es endet einfach nie"

Kanzlerin Angela Merkel kondolierte Hollande, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Familien. Auch US-Präsident Donald Trump sprach Frankreich sein Beileid aus. "Es endet einfach nie", sagte er in Washington zur anhaltenden Terrorgefahr.

Am Sonntag findet in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Die Abstimmung soll von mehr als 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden. Im Land gilt nach einer Terrorserie mit über 230 Toten immer noch der Ausnahmezustand. Mehrere Kandidaten sagten am Freitag geplante Auftritte ab, meldeten französische Medien.

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Die Lage vor der für ganz Europa wichtigen Wahl ist unübersichtlich. In Umfragen liegen der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen an der Spitze. Macron tritt für Europa ein, Le Pen will hingegen den Euro in Frankreich abschaffen. Sie plädiert auch dafür, verurteilte ausländische Verbrecher auszuweisen. Offen ist laut politischen Beobachtern, ob die Hardlinerin von der Attacke auf die Polizisten politischen Nutzen ziehen kann. Zuletzt waren ihre Umfragewerte gesunken.

Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak und benannte den Mann als Abu Jussuf al-Beldschiki ("Der Belgier"). Bei ähnlichen Verlautbarungen wurden die Angreifer häufig "Soldaten" der Terrormiliz genannt. Die Nachricht konnte nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hatte - etwa nach den Attacken in Ägypten oder London.

Der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, sagte, nach ersten Erkenntnissen habe es nur einen Angreifer gegeben. Man könne aber nicht ausschließen, dass es einen oder mehrere Komplizen gebe. "Das ist natürlich ein Drama für die Polizei, ein Drama für unser Land."

Französische Sicherheitskräfte wurden bereits mehrfach attackiert. Im vergangenen Juni wurde ein Polizistenpaar im Umland von Paris ermordet. Vor einem Monat erschossen Soldaten am Pariser Flughafen Orly einen Mann, der sie zuvor angegriffen hatte.

Die französische Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Ermittlern drohte ein Anschlag unmittelbar vor der Wahl. Die Sicherheitsmaßnahmen für den Wahlkampf wurden verstärkt. Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander in Kurzinterviews auf. Die entscheidende Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.

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Quelle: n-tv.de

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