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Er wüsste gerne, wie das Bundesverfassungsgericht zur Ausweitung der Ehe für Homosexuelle stehe, sagte Kardinal Marx.
Er wüsste gerne, wie das Bundesverfassungsgericht zur Ausweitung der Ehe für Homosexuelle stehe, sagte Kardinal Marx.(Foto: picture alliance / Andreas Geber)
Freitag, 14. Juli 2017

Kardinal macht der CSU Druck: Marx fordert Klage gegen "Ehe für alle"

Eigentlich ist die "Ehe für alle" seit den Abstimmungen in Bundestag und Bundesrat beschlossene Sache. Doch Konservative erwägen eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Jetzt bekommen sie einen prominenten Fürsprecher.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx hat der Bayerischen Staatsregierung eine Verfassungsklage gegen die "Ehe für alle" nahegelegt. Er würde eine Klage Bayerns gegen das vom Bundestag beschlossene Gesetz "sehr begrüßen", sagte der Erzbischof von München und Freising der "Augsburger Allgemeinen". Er wüsste gerne, wie das Bundesverfassungsgericht zur Ausweitung der Ehe für Homosexuelle stehe, sagte Marx.

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Die neue Regelung definiere Ehe anders als das Grundgesetz, führte der Erzbischof weiter aus. "Für den Rechtsfrieden in Deutschland" wäre ein Urteil gut, unabhängig von seinem Ausgang. Zugleich räumte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Versäumnisse der katholischen Kirche im Umgang mit Homosexuellen ein: Sie sei bei den Rechten von Homosexuellen nicht "unbedingt Vorreiter", sagte er.

Auch er persönlich habe "nichts dagegen getan, dass Homosexuelle strafrechtlich verfolgt wurden", sagte Marx. Der entsprechende Paragraf sei erst 1994 gestrichen worden. "Wir haben uns als Kirche eigentlich damit nicht befasst."

Seehofer hat sich noch nicht entschieden

Kanzlerin Angela Merkel von der CDU hatte für die Abstimmung im Bundestag zur "Ehe für alle" darauf gepocht, dass Abgeordnete sich nicht an einen etwaigen Kurs der Fraktion gebunden fühlen müssten. Das ermöglichte eine Mehrheit aus SPD, Linken, Grünen und einigen Unions-Politikern. Rund drei Viertel der Abgeordneten von CDU und CSU stimmten unterdessen dagegen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer von der CSU ließ bislang offen, ob seine Landesregierung gegen die Ehe für alle vor dem Bundesverfassungsgericht klagen wird. Der Sachverhalt müsse juristisch sorgfältig geprüft werden und das werde dauern, hatte er gesagt.

Quelle: n-tv.de

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