Montag, 04. Juni 2007
Massaker von Srebrenica: Massenklage der Angehörigen
Die Angehörigen der Opfer des Massakers von Srebrenica haben eine Sammelklage gegen die Niederlande und die Vereinten Nationen (UN) eingereicht. Der Staat und die UN seien dafür verantwortlich, dass der Massenmord an etwa 8.000 Muslimen durch bosnisch-serbische Einheiten habe geschehen können, erklärten die Anwälte der Familien.
Rund 200 Frauen, alle Angehörige der Opfer, versammelten sich vor dem Büro des Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende und überreichten die Klagepapiere. "Ich habe zwölf Jahre auf diesen Moment gewartet", sagte Munera Subasic, Vorsitzende der Organisation "Mütter von Srebrenica". Sie hoffe nun auf ein zügiges Verfahren. Die Frauen hielten Plakate in die Höhe, auf denen die Namen der Opfer standen.
Insgesamt haben sich rund 6.000 Angehörige zusammengetan, um Wiedergutmachung für die Tragödie zu fordern. Ihre Klage gründet auf dem Vorwurf, die niederländischen UN-Streitkräfte hätten die ostbosnische Stadt während des Kriegs von 1992 bis 1995 nicht ausreichend gesichert. Sie waren nur leicht bewaffnet und hatten unzureichende Luftunterstützung bekommen. Diese sei dann vom niederländischen Militär kurz vor dem Fall der Stadt zurückgerufen worden, sagten die Anwälte der Kläger. Grund sei die Befürchtung gewesen, niederländische Soldaten könnten von der eigenen Luftwaffe getroffen werden. Der UN sei vorzuwerfen, die niederländischen Befehlshaber nicht daran gehindert zu haben, die Luftunterstützung abzubrechen.
Im Juli 1995 mussten sich die UN-Soldaten aus der Stadt zurückziehen. Bosnisch-serbische Truppen marschierten in Srebrenica ein, etwa 8000 muslimische Männer und Jungen wurden getötet.
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