Dienstag, 21. Oktober 2008
"Wir haben kein Geld mehr": Massenproteste in Griechenland
Streiks haben große Teile der griechischen Wirtschaft und des Verkehrs lahmgelegt. Aus Protest gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und Privatisierungspläne kamen nach Angaben der Gewerkschaften rund zwei Millionen Beschäftigte nicht zur Arbeit.
An dem Streik beteiligen sich auch Bankangestellte, Staatsbedienstete, Rechtsanwälte und Lehrer sowie Journalisten. Aus diesem Grund gab es keine Nachrichten in Radio und Fernsehen. Ärzte behandelten Patienten nur in dringenden Fällen.
Auch die Fluglotsen legten die Arbeit nieder. Mehr als 100 Inlands - und Auslandsflüge wurden gestrichen. Touristen waren nach Angaben des Flughafens Athen vorab von den Fluglinien über geänderte Abflugzeiten informiert worden. Auch die Fähren wurden bestreikt. Viele Inseln bleiben einen Tag lang von der Außenwelt abschnitten.
Gegen Privatisierungen
Die Gewerkschaften protestieren unter dem Motto "Es reicht. Wir haben kein Geld mehr" gegen steigende Preise und gegen ein von der konservativen Regierung aufgelegtes Sparprogramm sowie geplante Privatisierungen wie der schwer defizitären Fluglinie Olympic Airlines. Um die Mittagszeit demonstrierten mehr als 10.000 Menschen im Zentrum von Athen.
"Stoppt sie (die Regierung) jetzt, sonst verkaufen sie auch die Akropolis (das Wahrzeichen Athens)", skandierten Demonstranten. Die Polizei setzte dabei auch Tränengas ein, um rund 300 Autonome auseinander zu treiben, die Steine auf Polizisten und Schaufenster warfen.
Die konservative Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis liegt wegen ihrer harten Sparpolitik und einer Reihe von Vetternwirtschaftsskandalen mehreren Umfragen zufolge in der Gunst der Wähler zwischen 1,2 bis zwei Prozentpunkte hinter den oppositionellen Sozialisten. Politische Beobachter halten vorgezogene Parlamentswahlen in den kommenden Monaten für möglich.
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