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Ankunft von französischen Hubschraubern in Bamaku. Russland hat Frankreich seine Unterstützung zugesagt.
Ankunft von französischen Hubschraubern in Bamaku. Russland hat Frankreich seine Unterstützung zugesagt.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland weitet Hilfe aus: Mehr Geld für Mali-Einsatz

Nach der Entsendung zweier Transall-Maschinen zur logistischen Unterstützung will sich Deutschland mit finanziellen Mitteln weiter in den Mali-Einsatz einbringen. Ecowas-Chef Ouattara jedoch fordert mehr Engagement von Deutschland - in Form von Truppen.

Die Bundesregierung will mehr Geld für den Kampf gegen islamistische Terroristen in Mali zur Verfügung stellen. Der Einsatz der deutschen Transall-Transportmaschinen zur logistischen Unterstützung französischer und afrikanischer Truppen soll aber zunächst auf die sichere Hauptstadt Bamako beschränkt bleiben. In der Diskussion ist, Truppentransporte an die Kampflinien zu ermöglichen. Einer solchen Ausweitung des deutschen Engagements müsste wohl der Bundestag zustimmen.

Die beiden Transport-Flugzeuge der Bundeswehr waren am Samstagabend mit Sanitätsmaterial an Bord in der Hauptstadt Bamako gelandet. Sie sollen nun aus dem Nachbarland Senegal Soldaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas nach Bamako transportieren. An Kampfeinsätzen gegen Rebellen beteiligt sich Deutschland nicht.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bekräftigte in Berlin, dass die deutsche Unterstützung für Mali in vier Richtungen ziele: Es gehe um logistische Unterstützung sowie um eine Beteiligung an der Ausbildung der dortigen Truppen. Zudem wolle Deutschland den Einsatz finanziell unterstützen. Dazu solle es Ende des Monats eine Geberkonferenz in Addis Abeba geben. Auch werde Deutschland humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge leisten.

Deutsche Truppen erbeten

Der Präsident der Elfenbeinküste und Ecowas-Vorsitzende Alassane Ouattara forderte einen größeren deutschen Beitrag in der Mali-Krise. "Deutschland muss sich mehr engagieren. Ich meine, auch mit Truppen", sagte er dem "Spiegel". Zugleich wies er Befürchtungen zurück, Mali könne zu einem zweiten Afghanistan werden. Der radikale Islam habe in Mali keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Auch gebe es kein Land in der Region, das die Fanatiker - ähnlich wie Pakistan die afghanischen Taliban - heimlich unterstütze.

Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sowie Abgeordnete von CDU, SPD und Grünen halten die bisherige Form der Unterstützung aus Deutschland für unzureichend. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sprach sich gegen einen deutschen Militäreinsatz aus. "Die SPD hat die klare Position, dass es zu einer Beteiligung Deutschlands mit Blick auf ein militärisches Eingreifen in Mali nicht kommen darf", sagte er dem niedersächsischen Sender ffn. Man sei aber offen, wenn Frankreich um logistische Unterstützung bitte.

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour sagte: "Deutschland kann erheblich mehr tun als zwei Transall-Maschinen zur Verfügung zu stellen." Ein Kampfeinsatz in Nord-Mali würde die Bundeswehr allerdings massiv überfordern.

Russland will Frankreich helfen

Moskau hat Frankreich unterdessen seine Unterstützung im Mali-Konflikt zugesagt. Laut Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat Russland angeboten, Transporthilfe für Franzosen zu leisten. Bisher haben Belgien, Großbritannien, Kanada, Italien und die Niederlande Frankreich Transporthilfe angeboten.

Schweizer Diplomaten versuchen unterdessen, direkte Verhandlungen zwischen Tuareg-Rebellen und der Regierung zu vermitteln. Das bestätigte der Leiter der zuständigen Abteilung im Schweizer Außenministerium, Claude Wild, im Gespräch mit der "Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag".

Durch die Intervention Frankreichs, die man als legitim ansehe, sei die Vermittlung zwar schwieriger geworden. "Sie ist jedoch umso wichtiger, als für die Zukunft des Landes der Dialog beibehalten werden muss", sagte der Diplomat.

Schweizer Vermittler führten vor allem Gespräche mit Vertretern der Tuareg innerhalb des säkularen Mouvement National de Liberation de l'Azawad (MNLA). "Hingegen haben wir keinen Kontakt zu den terroristischen Gruppierungen der radikalen Dschihadisten, mit denen es auch nichts zu verhandeln gibt." Viele Staaten, darunter die USA und Frankreich, würden die Schweiz ermutigen, ihr Friedensengagement für Mali im Verbund mit dessen Nachbarland Burkina Faso fortzuführen.

Quelle: n-tv.de

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