Mittwoch, 10. September 2008
Weniger Armut: Mehr Glück
In Deutschland geht die Armut erstmals seit einem Jahrzehnt zurück. Von 2005 auf 2006 sei der Anteil der als arm und armutsgefährdet geltenden Bürger in der Gesamtbevölkerung auf 16,5 von 18 Prozent gesunken, berichtete "Die Zeit" aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Binnen eines Jahres sei es 1,2 Millionen Menschen gelungen, der Armut zu entfliehen.
Hauptgrund sei die sinkende Arbeitslosigkeit infolge des Aufschwungs. Weil auch 2007 und 2008 wieder deutlich mehr Menschen einen Arbeitsplatz gefunden hätten, dürfte die Armutsquote inzwischen noch weiter gesunken sein, heißt es in dem Bericht weiter. Die Bundesregierung hatte Ende Juni ihren Armutsbericht verabschiedet, der auf Zahlen von 2005 beruhte und noch eine Zunahme der Armutsbedrohten auswies.
Als von Armut bedroht gilt, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in seinem Land verdient. In Deutschland lag diese Schwelle 2006 nach dem Zeitungsbericht bei 891 Euro netto im Monat.
Der Aufschwung hat im vergangenen Jahr offenbar auch für eine größere Zufriedenheit in Deutschland gesorgt. Die allgemeine Zufriedenheit stieg 2007 auf einen Mittelwert von 6,82 nach 6,76 im Vorjahr. Gemessen wurde auf einer Skala von 0 ("ganz und gar unzufrieden") bis 10 ("ganz und gar zufrieden"). Vor allem die Menschen in Ostdeutschland zeigten sich in Befragungen nach ihrem Befinden durchschnittlich besser gestimmt als in den drei Jahren zuvor. Trotzdem sind die Westdeutschen mit einem Mittelwert von 6,92 immer noch deutlich glücklicher als die Ostdeutschen mit 6,40.
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