Dienstag, 23. Februar 2010
Hotel-Mord von Dubai: Mehr Täter mit EU-Pässen
Noch immer laufen Ermittlungen im Mordfall Mahmud al-Mabhuh. Die Ermittler in Dubai identifizieren vier weitere mutmaßliche Täter.An der Ermordung des Hamas-Funktionärs Mahmud al-Mabhuh in Dubai waren möglicherweise noch mehr Menschen mit europäischen Pässen beteiligt als bisher bekannt. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, die Behörden in dem Golfemirat hätten außer den bereits identifizierten elf mutmaßlichen Angehörigen des Killer-Teams noch vier weitere Verdächtige entdeckt. Zwei der Verdächtigen hätten britische Papiere verwendet und die beiden anderen irische Dokumente. Offiziell wurden diese Angaben jedoch zunächst nicht bestätigt.
Mahmud al-Mabhuh war Ende Januar in einem Hotelzimmer in dem Emirat tot aufgefunden worden. Wie Reuters unter Berufung auf einen Informanten berichtet, wurde das Hamas-Mitglied erstickt. Die Behörden warteten allerdings noch auf die Ergebnisse weiterer Untersuchungen.
Arabisch-europäische Einigkeit
Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Abdullah bin Said al-Nahjan, hatte die EU- Erklärung zum Mordfall Al-Mabhuh begrüßt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM sagte er, die Tatsache, dass sich die Mörder auf illegalem Weg Pässe beschafft hätten, sei eine Verletzung der nationalen Souveränität und des internationalen Rechts. Er wolle den EU-Außenministern dafür danken, dass sie ihre Unterstützung und ihren Willen zur Zusammenarbeit bekundet hätten, fügte der Scheich hinzu. Die Regierung der Emirate sei, genau wie die Staaten der Europäischen Union, der Auffassung, "dass dieser Mord dem Frieden und der Stabilität im Nahen Osten nicht dienlich war".
Die EU-Außenminister hatten die Ermordung des Funktionärs scharf verurteilt. Missbilligend äußerten sie sich auch über die "die betrügerische Verwendung von Pässen der EU-Staaten" bei der Operation, hinter der Israels Geheimdienst Mossad vermutet wird. Al-Mabhuh soll für die Islamistenorganisation Hamas Waffen beschafft haben.
Die bislang identifizierten elf Attentäter hatten neben britischen und irischen auch gefälschte Pässe aus Frankreich und Deutschland benutzt. Die Behörden in Dubai gehen von mindestens 18 Tätern aus, bei denen es sich um Agenten des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad handeln soll. Zwei Palästinenser, die den Anschlag logistisch unterstützt haben sollen, befinden sich bereits in Gewahrsam.
dpa/rts
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
"Auf die Befreiungsschlacht vorbereiten"
Syrischer Nationalrat warnt
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck