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Terror in Homs und Damaskus kostet mindestens 121 Menschen das Leben.
Terror in Homs und Damaskus kostet mindestens 121 Menschen das Leben.(Foto: dpa)

Terror in Syrien: Mehr als 100 Opfer bei Anschlägen

Syrien erlebt eine neue Anschlagswelle - genau in dem Moment, in dem sich die USA und Russland auf eine Waffenruhe einigen. In Homs und Damaskus explodieren Bomben, mittlerweile ist die Zahl der Opfer auf mehr als 100 gestiegen.

Bei Anschlägen in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten fast 120 Menschen getötet worden. Die Zahl der Todesopfer bei einer Anschlagsserie in der Nähe eines schiitischen Schreins südlich von Damaskus habe sich auf 62 erhöht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntagabend mit. Zudem habe es dutzende Verletzte gegeben. Dabei habe es sich um eine Autobombe und zwei Selbstmordattentäter gehandelt. US-Außenminister John Kerry hatte zuvor nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow eine "vorläufige Einigung" über die Bedingungen einer Feuerpause in Syrien erreicht. Sie könnte demnach in den nächsten Tagen beginnen.

In der zentralsyrischen Stadt Homs kamen demnach bei einem Doppelanschlag mit Autobomben mindestens 57 Menschen ums Leben. Die einstige Rebellenhochburg Homs wird hauptsächlich von syrischen Regierungstruppen kontrolliert. In der Stadt gibt es häufig Anschläge. Unter den Todesopfern bei den Explosionen waren wenigstens 28 Zivilisten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Angesichts vieler Schwerverletzter sei davon auszugehen, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen werde. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich am Abend zu dem Anschlag in Homs.

Bei der Detonation der beiden Autobomben in dem von Regierungstruppen kontrollierten Stadtbezirk Sahraa (auch: Al Zahra) seien mindestens 100 Menschen verletzt worden, hieß es. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von Verletzten, die auf der Straße lagen, ausgebrannten Autos und zerstörten Geschäften. Der Stadtteil Sahraa wird vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnt, der auch die Familie von Syriens Präsident Baschar al-Assad angehört.

Insgesamt erschütterten am Sonntag wenigstens fünf Explosionen das Viertel der Alawiten-Minderheit in Homs und den Schiitenbezirk im Süden von Damaskus, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Es gebe viele weitere Verletzte. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge explodierte die erste Bombe der IS-Dschihadisten in Homs in einem Wagen, der auf einem Autotransporter geparkt war. Ein zweites Fahrzeug explodierte kurze Zeit später in der Nähe. Videoaufnahmen zeigten ausgebrannte Autowracks auf einer breiten Straße. 

Quelle: n-tv.de

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