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Die Menschen im Jemen haben kaum noch Hoffnung auf einen Frieden.
Die Menschen im Jemen haben kaum noch Hoffnung auf einen Frieden.(Foto: REUTERS)

Luftangriff auf Marktplatz : Mehr als 100 Zivilisten im Jemen getötet

Immer wieder wird eine saudisch-geführte Militärkoalition beschuldigt, bei Angriffen im Bürgerkriegsland Jemen Zivilisten zu töten. Nun berichten Behörden erneut von vielen zivilen Opfern.

Bei Luftangriffen nordwestlich von Jemens Hauptstadt Sanaa sind örtlichen Behördenangaben zufolge mehr als 102 Zivilisten getötet worden. Mehr als 44 Menschen seien bei der Bombardierung eines Marktes in der Provinz Hadscha verletzt worden, viele darunter schwer, sagte der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörde Ayman Madkur. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Nachrichtenseite sabanews.net der Rebellen berichtete, die Koalition habe zwei Angriffe auf einen Markt und ein Restaurant geflogen. Sie gab die Opferzahl mit 65 Toten und 55 Verletzten an. Ein Vertreter eines von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen betriebenen Krankenhauses erklärte, die Klinik habe die Leichen von 41 Menschen erhalten und versorge 35 Verletzte. Unter den Opfern seien auch viele Kinder. Die Opferzahl könne noch steigen.

Die Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens fliegt seit Ende März 2015 Luftangriffe im Jemen. Seitdem wurden in dem Konflikt nach UN-Angaben mehr als 6200 Menschen getötet, ein Großteil davon Zivilisten.

Es wird angenommen, dass der Luftangriff von der saudisch geführten Militärkoalition geflogen wurde, weil ansonsten niemand im Jemen bombardiert. Auch das von den Huthi-Rebellen kontrollierte Gesundheitsministerium berichtete von dem Angriff.

Das Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens fliegt seit einem Jahr Angriffe in dem Bürgerkriegsland. Die Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile vor allem im Norden und Westen des Landes und kämpfen gegen Truppen und Verbündete von Präsident Rabbo Mansur Hadi. Immer wieder wurde der Militärkoalition in der Vergangenheit vorgeworfen, mit ihren Bombardements auch Zivilisten zu treffen.

Quelle: n-tv.de

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