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Kerzen vor dem Lageso für den toten Flüchtling, den es wohl nie gegeben hat.
Kerzen vor dem Lageso für den toten Flüchtling, den es wohl nie gegeben hat.(Foto: dpa)

Aufregung um Flüchtling in Berlin: Meldung über toten Syrer stimmt wohl nicht

Seit dem Morgen versucht Berlins Polizei Berichte über den Tod eines Syrers aufzuklären. Doch weder Rettungsdienste noch Krankenhäuser wissen etwas über den Fall. Alles weist auf eine erfundene Geschichte hin.

Die von dem Berliner Netzwerk "Moabit hilft" verbreitete Nachricht über den Tod eines syrischen Asylbewerbers ist offenbar falsch. "Wir haben weiterhin keinen Hinweis auf einen toten Flüchtling", sagte eine Polizeisprecherin am Abend. Inzwischen hätten Beamte den Urheber der Todesmeldung angetroffen. Dessen Aussagen seien bislang "nicht stimmig". Die Sprecherin betonte: "Das ist zuerst einmal eine gute Nachricht."

Seit dem frühen Morgen versuchten Berlins Polizei und Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales die Hintergründe der Todesmeldung zu erfahren. Den Rettungsdiensten war zu dem Fall ebenso nichts bekannt wie den Krankenhäusern der Hauptstadt. Nun deutet alles auf eine frei erfundene Geschichte hin.

Eine Sprecherin des Netzwerks "Moabit hilft" hatte am Morgen unter Berufung auf einen Helfer gesagt, dass in der Nacht ein 24-jähriger Syrer einem Herzstillstand erlegen sei. Der Mann sei nach tagelangem Anstehen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) krank und erschöpft gewesen. Der Helfer habe den Mann zu sich nach Hause eingeladen und später einen Rettungswagen gerufen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus sei der Syrer gestorben.

Der Mann ist die bislang einzige Quelle für die Todesmeldung, doch seine Geschichte stimmt offenbar nicht. Den ganzen Tag über war der Helfer für niemanden zu erreichen. Deshalb konnte die Polizei den Fall auch erst am Abend aufklären. Die Motive des Mannes sind bislang unklar.

Quelle: n-tv.de

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