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Merkel und Poroschenko sind besorgt über den nicht umgesetzten Waffenstillstand in der Ostukraine.
Merkel und Poroschenko sind besorgt über den nicht umgesetzten Waffenstillstand in der Ostukraine.(Foto: dpa)

Treffen mit Poroschenko: Merkel besorgt über Kämpfe in der Ukraine

Auch ein Jahr nach der Einigung in Minsk wird in der Ostukraine noch gekämpft. Bei einem Treffen zwischen Poroschenko und der Kanzlerin macht Merkel einmal mehr deutlich, dass so die Sanktionen gegen Russland nicht aufgehoben werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko haben fortwährende Verstöße gegen die vor einem Jahr vereinbarte Waffenruhe in der Ostukraine beklagt. Merkel sagte bei einem Treffen mit Poroschenko im Kanzleramt, "dass wir leider nach wie vor keinen nachhaltigen Waffenstillstand haben."

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Poroschenko bezeichnete Russland und seine "stellvertretenden Kämpfer" erneut als die Aggressoren in dem Konflikt. Sie hätten nichts dazu beigetragen, die Feindseligkeiten zu beenden. Merkel mahnte, der Waffenstillstand zwischen den prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen sei Voraussetzung für die Umsetzung des im Februar 2015 in der weißrussischen Hauptstadt Minsk von Deutschland und Frankreich mit Russland und der Ukraine ausgehandelten Friedensprozesses. Auch die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland sei an den Minsker Prozess gebunden.

Russland wirft seinerseits der Ukraine einen Bruch der vereinbarten Waffenruhe vor. Merkel betonte, für alle Beteiligten wäre es gut, wenn Minsk umgesetzt und die Voraussetzungen geschaffen würden, dass die Sanktionen aufgehoben werden könnten. Merkel lobte Poroschenko dafür, dass er sich immer wieder zu Minsk bekenne. Poroschenko sagte, es sei schlimm und furchtbar, dass es trotz der Einigung in Minsk noch keine Sicherheit in der Kriegsregion Donbass im Osten des Landes gebe.

1200 Bombardierungen im Januar

Allein im Januar seien 1200 Bombardierungen gezählt worden. Es sei unter anderem schwere Artillerie eingesetzt worden, die nach der Minsker Vereinbarung verboten sei. Der Donbass sei ein Instrument für Russland, die Ukraine zu destabilisieren. Um dem festgefahrenen Friedensprozess für den Donbass wieder Schwung zu geben, sollen sich bald die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine treffen.

Am 12. Februar jährt sich das Minsker Abkommen, das den Konflikt zwischen der Führung in Kiew und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes beilegen soll. Kaum ein Punkt ist bisher vollständig umgesetzt.

Quelle: n-tv.de

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