Politik
Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel
Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel(Foto: dpa)
Montag, 27. März 2017

"Nach der Wahl ist vor der Wahl": Merkel bleibt realistisch

Noch immer jubelt die CDU nach dem guten Abschneiden bei der Landtagswahl im Saarland. Kanzlerin Merkel zeigt sich dabei wenig beeindruckt vom Schulz-Hype.

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Einen Tag nach der Landtagswahl im Saarland feiert die CDU das gute Wahlergebnis von 40,7 Prozent. Bundeskanzlerin Angela Merkel beglückwünschte die im Amt bestätigte saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und sprach von einem "ermutigenden Tag". Sie freue sich über das Ergebnis. "Das ist das, was zählt." Man dürfe aber auch nicht vergessen: "Nach der Wahl ist vor der Wahl."

Mit Blick auf ihren Konkurrenten bei der Bundestagswahl, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, sagte Merkel: "Ich beschäftige mich nicht mit irgendwelchen Effekten." Auch Kramp-Karrenbauer äußerte sich zum Hype um den Parteivorsitzenden: "Wenn ich mir den Schulz-Effekt anschaue und ihn auf das Wahlergebnis projiziere, hat er uns auf die 40 Prozent katapultiert." In so einem Fall könne die CDU gut damit umgehen.

Zugleich sprach Kramp-Karrenbauer von einem "harten Wahlkampf". Sie deute das Wahlergebnis als Votum des Vertrauens in die Regierung, die Saar-CDU und ihre eigene Arbeit. Die Menschen im Saarland wollten nicht Rot-Rot, das sei ein klares Signal.

Absage an Linke und AfD

Beide Politikerinnen zeigten sich erleichtert über das schlechte Abschneiden der AfD mit 6,2 Prozent. Merkel sagte, sie sei froh, dass die erhöhte Wahlbeteiligung nicht zu einer Erhöhung des Ergebnisses für die AfD geführt habe. Kramp-Karrenbauer erklärte: "Dort, wo Probleme gelöst werden müssen, findet die AfD keinen Nährboden."

Über mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl wollte Merkel nicht sprechen. Sie weigere sich, "irgendwann im März zu erklären, was im September möglich ist". Fest stehe aber: Man werde nicht mit Linken oder AfD koalieren. "Eine Nichtbeteiligung der Linken hat für Deutschland in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse erzielt", sagte die Kanzlerin - und vermittelte dabei einen ziemlich siegessicheren Eindruck.

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