Politik
Merkel rechnet nicht mit einem Positionswechsel Trumps.
Merkel rechnet nicht mit einem Positionswechsel Trumps.(Foto: AP)
Montag, 03. Juli 2017

Treffen bei G20 geplant: Merkel blickt nüchtern auf Trump-Linie

In wenigen Tagen kommen in Hamburg die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder zusammen. Gerade mit US-Präsident Trump gibt es etliche Streitpunkte. Kanzlerin Merkel gibt sich pragmatisch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wenig Hoffnung, US-Präsident Donald Trump in Streitfragen für den Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Hamburg doch noch zum Einlenken überzeugen zu können. "Wir kennen ja bestimmte Positionierungen der amerikanischen Regierung, und da erwarte ich nicht, dass wegen einer zweitägigen Reise nach Hamburg diese Positionierungen ausgesetzt werden", sagte die CDU-Chefin in Berlin.

Die Bundeskanzlerin will Trump bereits voraussichtlich am frühen Donnerstagabend vor dem G20-Gipfel zu einem Gespräch treffen. Sie erwarte aber auch davon angesichts der offenkundigen Differenzen keinen Durchbruch. "Ich glaube nicht, dass wir zum Schluss mit geeinigten Positionen in allen Fragen daraus hervorgehen", sagte Merkel. "Aber miteinander reden ist ja in allen Fragen der internationalen Diplomatie vernünftig und richtig."

Frühstück mit Putin und Macron

In der Abschlusserklärung des Gipfels werde es auch Gemeinsamkeiten geben, etwa mit Blick auf die Terrorismusbekämpfung. "Ich glaube, da gibt es ein hohes Maß an Gemeinsamkeit, und in anderen Fragen gibt es ein hohes Maß an Unterschied", konstatierte die Kanzlerin. Kommuniqués würden "nur einstimmig" verabschiedet, erinnerte sie.

Derweil ist auch ein Treffen zwischen Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin geplant. Am gemeinsamen Frühstück werde zudem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilnehmen, um über die Ukraine zu reden. Mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker werde der Kremlchef über die EU-Kritik an der geplanten Gasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee sprechen, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow.

Merkel hatte am vergangenen Donnerstag in einer Regierungserklärung als Ziel ausgegeben, "dass vom G20-Gipfel ein deutliches Signal für freie Märkte und gegen Abschottung ausgeht", und die auf Handelsprotektionismus gerichtete Politik Trumps scharf angegriffen. Sie hatte auch ein Festhalten am Pariser Klimaabkommen bekräftigt, aus dem Trump ausgestiegen ist, und angekündigt, sie werde den Dissens mit dem US-Präsidenten bei dem Gipfel am Freitag und Samstag in Hamburg "nicht übertünchen".

Quelle: n-tv.de

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