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Nach einen frostigen Auftakt stimmt jetzt die Chemie zwischen Hollande und Merkel.
Nach einen frostigen Auftakt stimmt jetzt die Chemie zwischen Hollande und Merkel.(Foto: dpa)

Erst nach Kiew, dann nach Moskau : Merkel und Hollande fliegen noch heute

Im eskalierenden Ukraine-Konflikt starten Deutschland und Frankreich gemeinsam eine neue diplomatische Initiative: Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande reisen noch heute nach Kiew. Morgen soll es weiter nach Moskau gehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird noch heute gemeinsam mit Frankreichs Präsident François Hollande in der Ukraine politische Gespräche führen. Er werde gemeinsam mit Merkel in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko beraten, kündigte Hollande in Paris an, was zeitgleich von der Bundesregierung in Berlin bestätigt wurde. Danach würden Merkel und er am Freitag in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen.

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"Angesichts der Eskalation der Gewalt in den letzten Tagen verstärken die Bundeskanzlerin und Staatspräsident Hollande ihre seit Monaten andauernden Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts im Osten der Ukraine", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Merkel und Hollande fliegen getrennt und kommen dann in Kiew und Moskau zusammen.
Frankreich und Deutschland würden alles tun, um eine friedliche Lösung in der Ukraine zu erreichen, teilte Hollande in Paris mit.

Zuvor war bereits US-Außenminister John Kerry nach Kiew gereist. In der ukrainischen Hauptstadt standen Treffen mit seinem Amtskollegen Pavlo Klimkin sowie Poroschenko und Regierungschef Arseni Jazenjuk auf dem Programm. Dabei dürfte auch die Frage von Waffenlieferungen ein Thema sein. Zudem wurde erwartet, dass Kerry der Ukraine zusätzliche humanitäre Hilfe in Höhe von 16 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) zusagt, insbesondere zur Unterstützung der Flüchtlinge des Konflikts.

Kerrys Besuch wird von neuer Gewalt im Osten des Landes überschattet. Die ukrainischen Behörden und die prorussischen Rebellen teilten mit, in der Region seien binnen 24 Stunden mindestens 19 Menschen, unter ihnen 14 Zivilisten, getötet worden.

Düstere Aussichten für Unternehmen

Unterdessen herrscht bei den in Russland engagierten deutschen Unternehmen tiefe Depression. In einer aktuellen Firmenumfrage der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK) und des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft ist von einer "massiven Eintrübung des Geschäftsklimas in Russland" die Rede. In der Umfrage der beiden Verbände unter deutschen Firmen vor Ort erklärten 91 Prozent, sie rechneten mit weiteren Verschlechterungen in diesem Jahr. Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe lägen auf Eis.

Viele der Unternehmen erwarten eine Abkehr Russlands vom Westen und eine stärkere Hinwendung zu China und Asien insgesamt. Nur noch 15 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 40 Prozent dagegen als schlecht. "Eine klare Mehrheit der deutschen im Russland-Geschäft aktiven Unternehmen wünscht sich Verhandlungen über einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion (mit Russland im Zentrum) als wichtigen Schritt zur Lösung des Ukraine-Konflikt", heißt es in einer Mitteilung der deutsch-russischen Handelskammer.

Quelle: n-tv.de

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