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Die Metrostation in Maelbeek soll wochenlang geschlossen bleiben.
Die Metrostation in Maelbeek soll wochenlang geschlossen bleiben.(Foto: AP)

Polizei sucht fünften Täter: Metro-Attentäter war nicht alleine unterwegs

Der Attentäter aus der Brüsseler Metro hatte einen Komplizen. Aus Behördenkreisen heißt es, dass die Polizei nach einem zweiten Verdächtigen fahnde. Damit steigt die Zahl der Brüssel-Attentäter auf fünf. Derweil häufen sich die Fragen an die Sicherheitsbehörden.

Angebliches Phantombild des zweiten U-Bahn-Täters.
Angebliches Phantombild des zweiten U-Bahn-Täters.

Im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag auf eine U-Bahn-Station in Brüssel fahnden die belgischen Behörden Polizeikreisen zufolge nach einem zweiten Verdächtigen. Ein Vertreter der Polizei sagte der Nachrichtenagentur AFP, neben dem bereits identifizierten Attentäter Khalid al-Bakraoui sei auf Überwachungsbildern ein zweiter Verdächtiger zu sehen, der eine große Tasche bei sich habe. Zuerst hatte der belgischen Senders RTBF darüber berichtet. Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" veröffentlichte ein Phantombild, das den Mann zeigen soll.

Auf den Bildern der Überwachungskamera ist laut Polizei zu sehen, wie der Verdächtige mit Khalid al-Bakraoui spricht. Allerdings stieg er nicht mit al-Bakraoui in den Wagen, in dem sich der Attentäter dann in die Luft sprengte.

Seit Mittwoch ist mehr über die drei Selbstmordattentäter vom Flughafen bekannt: Medienberichten zufolge soll es sich bei einem der Männer um den 24-jährigen Najim Laachraoui handeln, der wegen der Terroranschläge von Paris erst vor kurzem zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Die Staatsanwaltschaft wollte sich am Mittwoch nicht zu den Berichten über die Identifizierung Laachraouis äußern. Sie kündigte eine Stellungnahme für Donnerstag an. Der Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Anfang September 2015 geriet er - mit falscher Identität unter dem Namen Soufiane Kayal - zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Abdeslam und Belkaid gelten als mutmaßliche Beteiligte der Pariser Anschläge, bei denen im November 130 Menschen getötet wurden. Der zweite Attentäter vom Flughafen ist Ibrahim al-Bakraoui. Der dritte Mann wird noch gesucht.

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Derweil wächst nach den Terroranschlägen, bei denen bislang 31 Menschen ums Leben kamen, der Druck auf die belgischen Sicherheitsbehörden. Die Türkei hat das Land nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Juli 2015 vor einem der Attentäter gewarnt. Doch trotz des Hinweises, dass der Mann ein "ausländischer terroristischer Kämpfer" sei, sei er von den belgischen Behörden freigelassen worden. Belgiens Justizminister Koen Geens wies den Vorwurf der Fahrlässigkeit zurück. Die Polizei fahndet weiter nach einem Komplizen der drei Selbstmordattentäter, der vom Flughafen Zaventem geflüchtet sein soll. EU-Kommissar Günther Oettinger kritisierte in der "Bild"-Zeitung den Zustand der belgischen Polizei in Brüssel: "Wir müssen aber auch klar die Mängel bei den belgischen Sicherheitsbehörden ansprechen. Es gibt allein in Brüssel mehrere verschiedene Polizeibehörden, die nicht ausreichend kooperieren. Das kann nicht so bleiben."

EU-Minister kommen zusammen

Die für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister wollen am Donnerstagnachmittag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammenkommen. Für Deutschland reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit in Europa seit Monaten auf dem Tisch lägen. Ein ähnliches Sondertreffen gab es auch nach den Anschlägen von Paris.

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Außerdem wollen EU-Experten in der kommenden Woche darüber beraten, wie Flughäfen sicherer gemacht werden können. Für den 31. März sei ein Treffen von Flugsicherheitsexperten der 28 Mitgliedsstaaten geplant, teilte ein EU-Vertreter. Am 11. April würden Fachleute für Transportsicherheit zusammenkommen. Eine konkrete Agenda sei noch nicht festgelegt.

Nach jüngsten Zahlen wurden bei den Attentaten in Brüssel 300 Menschen verletzt. Die Hälfte von ihnen lag am Mittwoch noch in Krankenhäusern, 61 auf einer Intensivstation, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Es ist zu befürchten, dass sich die Zahl von 31 Toten noch erhöht. Aus Sorge vor neuen Anschlägen blieb die höchste Terror-Warnstufe in Kraft. Der Flughafen Zaventem bleibt bis einschließlich Freitag weitgehend geschlossen. Belgien will am Nachmittag um 14.30 Uhr mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge gedenken. Am Mittwochmittag hatte es bereits eine Schweigeminute in Brüssel gegeben, an der unter anderem das Königspaar teilnahm. Am Freitag wird US-Außenminister John Kerry in Brüssel sein. Nach Angaben des Außenministeriums in Washington werde er nach den Anschlägen persönlich das Beileid der USA bekunden. Kerry werde auch Vertreter Belgiens und der Europäischen Union treffen.

Belgische Behörden ließen Ibrahim Al-Bakraoui frei

Der türkische Staatspräsident Erdogan sagte in Ankara, einer der Brüsseler Angreifer sei im Juni festgenommen und ausgewiesen worden. Die belgischen Behörden seien am 14. Juli informiert worden. Laut Medienberichten handelte es sich um Ibrahim al-Bakraoui, der aber von den belgischen Behörden freigelassen wurde. Justizminister Geens betonte, al-Bakraoui habe in Belgien keine terroristischen Straftaten begangen. Seines Wissens sei er auch nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande abgeschoben worden, sagte Geens dem Sender VRT.

Nach einem israelischen Zeitungsbericht soll der belgische Geheimdienst konkrete Warnungen vor den Anschlägen in Brüssel bekommen haben. Auch andere westliche Geheimdienste seien im Bilde gewesen, schrieb die Zeitung "Haaretz", nannte allerdings keine Quellen. Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz hatte bereits am Mittwoch erklärt: "Wenn sie in Belgien weiter Schokolade essen und das Leben genießen (...) und nicht klar feststellen, dass ein Teil der Muslime, die dort leben, Terror organisieren, dann können sie sie auch nicht bekämpfen."

Mehr erfahren Sie im Live-Ticker.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de

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