Donnerstag, 10. September 2009
Krankheiten größtenteils zu behandeln: Millionen Kindertode vermeidbar
Weltweit sterben jedes Jahr 8,8 Millionen Kinder an Krankheiten, die größtenteils vermeidbar oder behandelbar sind. Dies geht aus neuen Schätzungen von Experten des UN-Kinderhilfswerk UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank, des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und Wissenschaftlern hervor. Danach haben sich die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern seit 1990 kontinuierlich verbessert. So sei die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bis 2008 um 28 Prozent zurückgegangen.
Eine junge Frau sucht in einem Flüchtlingslager bei Limuru (Nigeria) im Abfall nach Schuhen. (Archivbild von 2008)
(Foto: dpa)
"Verglichen mit 1990 sterben heute jeden Tag 10.000 Kinder weniger", sagte UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman in New York. "Aber es ist nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben." 93 Prozent aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren werden demnach in Afrika und Asien registriert. In einzelnen Ländern wie Südafrika sei die Sterblichkeit sogar seit 1990 angestiegen. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Immunschwächekrankheit AIDS.
Lungenentzündung, Durchfall, Mangelernährung
Die zwei häufigsten Todesursachen bei Kindern in Entwicklungsländern sind laut UNICEF Lungenentzündung und Durchfall. In vielen Fällen komme Mangelernährung als Ursache hinzu. Auch an Malaria und AIDS sterben jedes Jahr viele Kinder. 40 Prozent der Todesfälle entfallen allein auf drei bevölkerungsreiche Länder: Indien, Nigeria und die Demokratische Republik Kongo. "Nur wenn die Kindersterblichkeit in diesen Ländern deutlich gesenkt werden kann, ist es möglich, das Millenniums-Entwicklungs-Ziel zu erreichen", sagte Veneman.
Die internationale Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 die Kindersterblichkeit weltweit um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 zu verringern. In Malawi wird dies voraussichtlich gelingen. Überdurchschnittlich gute Entwicklungen meldete UNICEF auch aus Ländern wie Nepal, Bangladesch, Eritrea, Laos, der Mongolei und Bolivien.
Die Fortschritte wurden dank eines besseren Impfschutzes gegen Krankheiten wie Masern, einen verstärkten Einsatz imprägnierter Moskitonetze zum Schutz vor Malaria sowie Vitamin-A-Gaben erreicht. Zu den Erfolgsfaktoren gehören laut UNICEF aber auch die Information der Bevölkerung über bessere Hygiene und der Ausbau einer medizinischen Grundversorgung.
AFP
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