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Ein Flüchtlingslager in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Vor allem Afghanen leben hier, die aus ihrer krisen- und kriegszerrütteten Heimat geflohen sind.
Die Suche nach Schutz und Sicherheit bedeutet in der Regel ein Leben in Armut, Elend und Perspektivlosigkeit.
Oft dauert die Flucht Jahre oder Jahrzehnte.
So wie bei dieser Frau, die vor Jahren vor dem Terror des Saddam-Regimes geflohen und seitdem nicht in den Nordirak zurückgekehrt ist.
Viele aufnehmende Staaten tun sich schwer mit den Flüchtlingen - sie sind Fremde in einem fremden Land, oft weiterhin von Gewalt bedroht.
Jüngstes Beispiel: die ausländerfeindlichen Übergriffe in Südafrika. Jugendbanden machen tagelang Jagd auf Flüchtlinge aus Simbabwe oder Mosambik. Dutzende werden erschlagen oder verbrannt.
Das Problem ist jedoch längst keines mehr, das nur einen Kontinent beschäftigt. Täglich, außerhalb der Schlagzeilen, versuchen Flüchtlinge, nach Europa zu gelangen. (Im Bild: ein Flüchtlingsboot aus Ägypten, aufgegriffen vor Sizilien)
Europa ringt um Lösungen. Die Tendenz aber lautet: Abschottung, Grenzsicherung, schnelle Abschiebung. (Im Bild: Flüchtlinge vor der andalusischen Küste)
Vor allem Menschen, die aus wirtschaftlicher Not fliehen, sollen nicht nach Europa gelangen. (Im Bild: Zaunbau in Spanien)
Nach Experten-Schätzungen starben seit 1988 entlang der europäischen Grenzen fast 10.000 Menschen bei dem Versuch, auf den Kontinent zu gelangen.
Die meisten ertrinken auf den Meeren. Aber es gibt auch zahlreiche Opfer auf anderen Wegen. (Im Bild: Ein Toter wird aus einem Schleuser-Lkw in Italien getragen)
Wie lange das europäische Konzept der Abschottung aufgeht, ist fraglich. Der Druck auf die Grenzen wird immer größer. Die weltweiten Zahlen, die ein Mal jährlich von den Vereinten Nationen ermittelt werden, zeigen ein düsteres Bild.
2007, so die jüngsten Schätzungen, gibt es insgesamt 66 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg, ... (Im Bild: Ein Lager mit Flüchtlingen aus der sudanesischen Provinz Darfur)
... Menschenrechtsverletzungen oder Naturkatastrophen. Diese Zahl bestätigt die deutsche Vertretung des Flüchtlingshilfswerks UNHCR gegenüber n-tv.de. (Im Bild: Flüchtlingslager an der Grenze zu Tschetschenien)
Im Vergleich zum Vorjahr gibt es damit nochmal rund zwei Millionen Flüchtlinge mehr. (Im Bild: Blick in ein Flüchtlingszelt in Kabul)
Unter den 66 Millionen Flüchtlingen sind 16 Millionen, die über eine Landesgrenze geflohen sind. Und zwar aus politischen Gründen oder vertrieben durch Krieg oder Krisen. (Im Bild: Lager mit tschadischen Flüchtlingen in Kamerun)
Zu ihnen zählen auch rund 4,6 Millionen Palästinenser, die wegen des Nahostkonflikts ...
... in Jordanien, Syrien oder dem Libanon leben. (Im Bild: Flüchtlinge an der Grenze des Gaza-Streifens)
50 der 66 Millionen Flüchtlinge sind so genannte Binnenflüchtlinge. (Im Bild: Versorgung mit Lebensmitteln in Kenia)
Das heißt: Sie fliehen innerhalb der eigenen Landesgrenzen.
25 Millionen von ihnen wegen Verfolgung und Krieg, ... (Im Bild: eine Sammelstelle des UNHCR in Kabul)
... weitere 25 Millionen wegen Naturkatastrophen. (Im Bild: Flüchtlingslager in Birma nach dem Zyklon Nargis)
Einige Millionen sind zurzeit nach dem verheerenden Erdbeben in China ...
... innerhalb des Landes auf der Flucht.
Sie werden jedoch erst in der nächsten Statistik erscheinen.
"Nach einem Rückgang der Flüchtlingszahlen in den Jahren 2001 bis 2005 beobachten wir seit zwei Jahren wieder einen Anstieg. Und das macht uns Sorgen", so ...
... UN-Flüchtlingskommissar Antnio Guterres. "Wir stehen vor einer komplexen Gemengelage globaler Herausforderungen, die ...
... künftig sogar noch zu mehr Flucht und Vertreibung führen könnte."
Das heißt konkret: Politische und ethnische Krisen, ...
... zunehmender Hunger, Diktaturen, ...
... knappe Ressourcen und extreme Preissprünge ...
... werden die Zahl der Flüchtlinge massiv ansteigen lassen.
Für den aktuell zu verzeichnenden Anstieg der Flüchtlingszahlen ist unter anderem die Situation im Irak verantwortlich. (Im Bild: Iraker, die ins syrische Damaskus geflohen sind)
Ende 2007 gibt es dort allein 2,4 Millionen Binnenvertriebene.
Und da die Lage nicht sicherer wird, ...
... ist mit einem Abreißen der Flüchtlingsströme nicht zu rechnen.
Einen starken Zuwachs verzeichnet auch Somalia. In dem Staat im Osten Afrikas herrscht seit rund 20 Jahren Bürgerkrieg - ohne Aussicht auf ein Ende.
Die meisten Flüchtlinge auf der Welt leben in Pakistan (2 Millionen).
Es folgen Syrien mit 1,5 Millionen, ... (Im Bild: Flüchtlinge an der Grenze)
... der Iran mit 964.000, ...
... Deutschland mit 579.000 und ...
... Jordanien mit 500.000. Die Deutschland-Zahlen werden von Flüchtlingsorganisationen angezweifelt. Deutschland sei eher im hinteren Mittelfeld bei den Aufnahmezahlen.
Erstmals seit vier Jahren steigt auch die Zahl der weltweit gestellten Asylanträge wieder. 647.200 Menschen versuchen, dauerhaft als Flüchtlinge anerkannt zu werden und ein Bleiberecht zu bekommen. (Im Bild: Essensration in einem Berliner Asylbewerber-Heim)
Die meisten Anträge werden in den USA, Südafrika, Schweden, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Griechenland gestellt.
Deutschland liegt auf dem achten Platz. Von Januar bis Mai 2008 gibt es in Deutschland lediglich 2087 neue Anträge.
Die Chance, in Deutschland Asyl zu erhalten, ist zudem sehr gering. (Im Bild: Flüchtlinge aus Afrika, aufgegriffen im spanischen Almeria)
Nur 1,2 Prozent der 9017 bearbeiteten Anträge werden bisher in diesem Jahr anerkannt, das sind 110 Menschen. Hinzu kommen jedoch noch Flüchtlinge, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention Schutz finden. (Im Bild: Grenzübung der Polizei auf der Ostsee)
1996 hatte es bei rund 116.000 Anträgen noch 14.300 Anerkennungen gegeben. (Im Bild: Asylbewerberheim in Ludwigshafen)
Zur Erinnerung: Es sind Millionen, die auf der Flucht sind. (Alle Bilder: dpa, AP / Text: Jochen Müter)
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