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Selbst im Hotel- und Gaststättengewerbe wurden 6,5 Prozent mehr Stellen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.
Selbst im Hotel- und Gaststättengewerbe wurden 6,5 Prozent mehr Stellen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.(Foto: picture alliance / dpa)

Erste Überprüfung steht an: Mindestlohn-Experten gehen in Stellung

Wie hoch soll der Mindestlohn künftig sein? Entscheiden soll eine unabhängige Kommission - ihr fliegen aber schon reichlich Forderungen um die Ohren.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erwartet von der unabhängigen Mindestlohnkommission eine Weichenstellung hin zu einer Erhöhung der Lohnuntergrenze in Deutschland. Die Kommission berate nun "über die erste Erhöhung", sagte Nahles bei einer Tagung zum Mindestlohn vor Gewerkschaftsvertretern in Berlin. 

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Gewerkschaftsnahe Forscher plädierten für eine Erhöhung des Mindestlohns von 8,50 auf mindestens 9 Euro. Eine Erhöhung auf 9 Euro ergebe sich, wenn man wie gesetzlich vorgesehen die Tarifentwicklung zugrundelege, sagte Thorsten Schulten, Experte des Instituts WSI der Hans-Böckler-Stiftung. Geprüft werden müsse auch, ob eine solche Höhe für die Arbeitnehmer tatsächlich ausreiche. Die Mindestlohnkommission aus Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften soll bis Mitte des Jahres eine Anpassung der Höhe beschließen, die Anfang 2017 kommen soll. Verdi-Vorstand Andrea Kocsis bekräftigte die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn. Man müsse überall in Deutschland vom Lohn leben können, ohne auf Sozialleistungen angewiesen zu sein.

Das arbeitnehmernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kritisierte indes, es sei "unnötig und unangebracht", das Thema zu politisieren. "Es gibt einen Mechanismus und eine Kommission aus Fachleuten. Die sollten ihre Arbeit unbeeinflusst erledigen können", sagte IW-Tarifexperte Hagen Lesch. Auch die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer sagte, es sei bedenklich, dass Vertreter von Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften bereits massiv Stimmung für und gegen eine Erhöhung machten.

Horrorstorys sind Mythen

Nahles zog eine durchweg positive Bilanz nach gut einem Jahr Mindestlohn. "Die Horrorstorys haben sich nicht bewahrheitet, sondern sind Mythen geblieben." Selbst im Hotel- und Gaststättengewerbe gebe es mit einem Plus von 61.600 Stellen oder 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Beschäftigung.

Unterdessen zeigt eine neue Erhebung, dass Praktikanten deutlich mehr als vor einem Jahr verdienen. Ihr Durchschnittsgehalt stieg demnach um 10,6 Prozent von 859,27 Euro auf 950,43 Euro brutto im Monat. Die Anzahl der dreimonatigen Praktika, die vom Mindestlohn ausgenommen sind, verdoppelte sich zugleich und stieg anteilig von 11 auf 21 Prozent. Das geht aus dem "Praktikantenspiegel" der Unternehmensberatung Clevis Consult auf Basis der Daten von 6200 Teilnehmern hervor. Darüber hatten zuerst die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet.

Quelle: n-tv.de

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