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Die Londoner Polizei spricht von einem "schweren Zwischenfall" im nördlichen Stadtteil Finsbury.
Die Londoner Polizei spricht von einem "schweren Zwischenfall" im nördlichen Stadtteil Finsbury.(Foto: REUTERS)

Mehrere Opfer in London: Minibus rast in Personengruppe vor Moschee

Zwei Wochen nach dem jüngsten Terroranschlag wird London erneut von einer Gewalttat erschüttert. Mitten in der Nacht fährt ein Fahrzeug in eine Passantengruppe in der Nähe einer Moschee. Noch immer befinden sich Rettungskräfte im Großeinsatz.

Im Londoner Stadtteil Finsbury Park hat es nach Polizeiangaben einen schweren Zwischenfall mit mehreren Opfern gegeben. Es gebe Berichte über ein Fahrzeug, das Passanten gerammt habe, teilte die Polizei mit. Es habe eine Festnahme gegeben. Die Zahl der Opfer und die Hintergründe des Vorfalls, der sich Berichten zufolge vor einer Moschee ereignete, waren zunächst unklar.

Die britische Premierministerin Theresa May hat von einem "schrecklichen Zwischenfall" vor der Moschee gesprochen. "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort", teilte May am frühen Montag mit. Jeremy Corbyn von der oppositionellen Labour-Partei twitterte, er sei "total schockiert".

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben in der Nacht zum Montag gegen 0.20 Uhr (Ortszeit, 1.20 Uhr MESZ) die ersten Notrufe erhalten. Die Einsatzkräfte wurden daraufhin zum Ort des Geschehens in der Seven Sisters Road geschickt, mehrere Opfer würden dort versorgt. Aus den Informationen ging nicht hervor, ob es sich bei den Opfern um Verletzte oder Tote handelte. Die Rettungskräfte befinden sich immer noch im Großeinsatz. Der Stadtteil Finsbury liegt nördlich des Zentrums von London.

Bei den Opfern des blutigen Zwischenfalls soll es sich nach übereinstimmenden Angaben vornehmlich um Besucher einer Moschee handeln. Der Britische Rat der Muslime teilte auf Twitter mit, er sei darüber informiert worden, dass ein Minivan Gläubige überfahren habe, als diese gerade die Finsbury-Park-Moschee verließen. Dies berichtete auch die britische Nachrichtenagentur PA. Unklar war den Berichten zufolge, ob das Fahrzeug mit Absicht in die Menschenmenge vor der Moschee gesteuert wurde.

Mehrere Menschen regungslos am Boden

Wütende Passanten hätten einen Mann umringt, der möglicherweise der Fahrer des Fahrzeugs sei, berichtete der "Independent". Augenzeugen zufolge lägen mehrere Menschen regungslos am Boden. Polizisten und Rettungskräfte hätten versucht, Leben zu retten, zitierten britische Medien eine Anwohnerin.

Mohammed Kozbar, der Vorsitzende der Moschee, sagte der Boulevard-Zeitung "The Sun": "Wer immer das getan hat, wollte Menschen verletzen. Das ist eine Terrorattacke." Das Fahrzeug, das Passanten rammte, soll dem "Sun"-Bericht zufolge ein gemieteter weißer Lieferwagen sein. Ein solches Fahrzeug war auch auf diversen Bildern zu sehen, die nach dem Vorfall im Netz kursierten.

Die Millionenstadt war erst kürzlich zum Schauplatz eines blutigen Terroranschlags geworden: Am 3. Juni hatten auf der London Bridge und am Borough Market drei Terroristen mindestens acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Täter wurden kurz darauf von Polizisten erschossen.

Quelle: n-tv.de

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