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Innenminister de Maizière will seine Behörde umkrempeln. Doch die Mitarbeiter wollen gegen unabgesprochene Versetzungen klagen.
Innenminister de Maizière will seine Behörde umkrempeln. Doch die Mitarbeiter wollen gegen unabgesprochene Versetzungen klagen.(Foto: REUTERS)

Stimmung "unter aller Sau": Mitarbeiter rebellieren gegen de Maizière

Das hat er sich so gedacht: Per Hausmitteilung erfahren Beamte im Bundesinnenministerium, dass sie versetzt werden sollen. Einige schießen nun offen gegen die Pläne von Minister Thomas de Maizière und schließen auch den Gang zum Anwalt nicht aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stößt mit dem personellen Umbau seiner Behörde offenbar auf heftigen Widerstand im eigenen Haus. Die "Bild am Sonntag" zitiert aus zwei Mitarbeiterbriefen, in denen der Personalrat dem Minister vorgeworfen haben soll, "das Vertrauen massiv enttäuscht" zu haben: "Wir bedauern, dass es in unserem Haus Übung geworden ist, die Betroffenen vor vollendete Tatsachen zu stellen, anstatt sie einzubinden oder zumindest als Erste zu informieren", heiße es darin. Eine "mitarbeiterfreundliche Kommunikationskultur" sehe anders aus.

Dem Bericht zufolge hatte de Maizière die Neuorganisation des Ministeriums und die personellen Umbesetzungen Mitte Mai per Hausmitteilung verkündet, den Personalrat und die meisten Spitzenbeamten damit aber offenbar überrascht. "Ein solches Vorgehen haben wir hier noch nie erlebt", zitiert die "Bams" einen Abteilungsleiter. Die Stimmung sei "unter aller Sau".

Mehrere Spitzenbeamte wollen sich den Angaben zufolge notfalls sogar mit rechtlichen Schritten gegen ihre Versetzung wehren. Innenministeriumssprecher Johannes Dimroth sagte dem Blatt: "Da einige Bereiche des Hauses betroffen sind, werden die Entscheidungen selbstverständlich diskutiert. Neben kritischen Stimmen treffen die Maßnahmen in weiten Teilen auch auf Zustimmung der Mitarbeiter."

Die personellen Veränderungen sollten dem Bericht zufolge mit Wirkung zum 2. Juni in Kraft treten, angesichts der Widerstände wurde die Reform jedoch kurzfristig verschoben.

Quelle: n-tv.de

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