Donnerstag, 23. Februar 2006
Verhandlungen über Aufgabe: Mladic in der Enge
Serbien verhandelt nach Aussage des niederländischen Außenministers mit dem Kriegsverbrecher Ratko Mladic über dessen Aufgabe. Dies meldete die Nachrichtenagentur ANP. Mladic ist wegen Völkermords an den bosnischen Muslimen angeklagt.
Am Dienstagabend erst hatte die serbische Regierung Berichte über eine Festnahme von Mladic dementiert. Solche Meldungen seien "Desinformationen" und "Manipulationen", die die Überstellung von Mladic an das UN-Kriegsverbrechertribunal erschwerten, sagte Regierungssprecher Srdjan Djuric in Belgrad.
Der bosnische Fernsehsender BN hatte am Dienstagabend berichtet, dass Mladic im westserbischen Grenzgebiet zu Bosnien festgenommen und sofort zum NATO-Stützpunkt im bosnischen Tuzla geflogen worden sei. Von dort solle er weiter in die Niederlande geflogen werden, hieß es. Aus Westbosnien verlautete, Mladics Versteck sei umzingelt, es werde mit ihm über eine "freiwillige" Übergabe verhandelt. Eine Bestätigung dafür gab es nicht.
Mladic ist wegen Völkermords während des Bosnienkriegs 1992 bis 1995 angeklagt. Zusammen mit dem ebenfalls flüchtigen damaligen Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, soll er für die Ermordung von 8.000 Moslems beim Massaker von Srebrenica und den Tod von 10.000 Zivilisten bei der Belagerung Sarajevos verantwortlich sein.
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