Politik

"Sie sind eine Frau, ...": Moderatorin dreht Islamisten Ton ab

Die libanesische Moderatorin Rima Karaki kann sich über etliche neue Fans freuen. Sie hat einen sexistischen Islamisten in seine Schranken gewiesen - vor Millionenpublikum.

Am Ende dreht sie ihm einfach den Ton ab. Rima Karaki, Moderatorin für den libanesischen Fernsehsender Al-Jadeed TV, hat sich in einer Live-Schalte kräftig mit dem ägyptischen Islamisten Hani al-Sebai gezofft. Als der sie mit sexistischen Beleidigungen anging, ließ sie ihn verstummen - und hat damit am internationalen Weltfrauentag viele Fans gewonnen.

Die Organisation Memri hat die Sendung mit englischer Übersetzung bei Youtube veröffentlicht: Karaki will wissen, warum sich Christen radikalen muslimischen Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) anschließen. "Nun ja, das ist ein altes Phänom", sagt Al-Sebai und holt gewaltig aus. Er spricht von linksrevolutionären Gruppen wie der italienischen Roten Brigade, der deutschen RAF. Karaki lässt ihren Kopf sinken, stützt ihn auf der Hand ab. Al-Sebai redet trotz des Winks weiter. Als er anfängt vom venezuelanischen Ingenieuer Carlos Andrés Pérez zu erzählen, unterbricht sie in aller Höflichkeit. "Dr. Al-Sebai, lassen sie uns den Fokus auf die Gegenwart legen."

Karaki kann noch die Frage einwerfen, mit welchen Slogans Islamisten Christen zu überzeugen versuchen. Kaum ausgesprochen wird Al-Sebai schon laut und erhebt drohend den Zeigefinger: "Unterbrechen Sie mich nicht, ich antworte so, wie es mir passt."

"Halten Sie die Klappe, damit ich reden kann"

Karaki versucht zu beschwichtigen, sagt ihm: "Wir respektieren Sie und wissen, dass sie eine vollständige Antwort geben wollen. Leider haben wir begrenzte Zeit." Doch für Beschwichtigungsversuche ist es offensichtlich schon zu spät. Erst verweist Al-Sebai im Polterton auf eine Absprache: Ihm sei zugesichert worden, dass sie ihn nicht unterbrechen werde. "Was ist das für ein Verhalten!" Dann wird Al-Sebai persönlich. "Sie kommen sich so toll und mächtig vor."

Karaki, immer noch auf Deeskalation aus, sagt: "Reden Sie weiter, aber beleidigen Sie mich nicht." Ihr Gesprächspartner redet sich immer mehr in Rage. "Halten Sie die Klappe, damit ich reden kann", wirft er Karaki entgegen. Nach etlichen Beschwichtigungsversuchen reicht es Karaki. Die Moderatorin wird offensiver: "In diesem Studio entscheide ich." Al-Sebai wirft ihr entgegen: "Sie können entscheiden, was sie wollen. Ich werde tun, was ich will."

Karaki hat endgültig genug: "Lass Sie uns das hier zu Ende bringen", sagt sie, doch Al-Sebai will nichts zu Ende bringen. "Es ist unter meiner Würde, von Ihnen interviewt zu werden. Sie sind eine Frau, die ..." Noch ehe er den Satz beenden kann, dreht Karaki ihm den Ton ab und sagt: "Entweder gibt es gegenseitigen Respekt, oder das Gespräch ist beendet."

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich den Clip bei Youtube bereits angeschaut. Im Netz wird die Moderatorin mit Lob überhäuft.

Quelle: n-tv.de

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