Politik
Dienstag, 07. August 2012

Obama: "Attacken wiederholen sich zu häufig": Moschee bei Anschlag zerstört

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Nach dem Attentat in einem Sikh-Tempel debattieren die USA erneut über Gewalt. Da brennt nach einem Anschlag eine Moschee im Bundesstaat Missouri komplett aus. Es ist nicht der erste Angriff auf die muslimische Gemeinde. Derweil tauchen neue Hintergründe zum Täter in dem Sikh-Tempel auf.

Die Moschee brannte bis auf die Grundmauern ab.
Die Moschee brannte bis auf die Grundmauern ab.(Foto: AP)

Knapp einen Tag nach dem tödlichen Angriff auf einen Sikh-Tempel im US-Bundesstaat Wisconsin ist im Mittleren Westen der USA eine Moschee bei einem mutmaßlichen Brandanschlag zerstört worden. Das muslimische Gotteshaus in Joplin im Bundesstaat Missouri sei vollständig ausgebrannt, sagte eine Sprecherin des Sheriff-Büros. Bereits am 4. Juli, dem US-Unabhängigkeitstag, hatte ein Unbekannter einen Brandsatz auf die Moschee geworfen. Damals war nur geringer Schaden entstanden.

Gemeindemitglieder gingen von einem rassistisch oder anti-islamisch motivierten Brandanschlag aus. Seit ihrer Gründung 2007 sei die Moschee ständig Ziel von Angriffen gewesen, sagte ein Gemeindevertreter.

Verbindungen zur rechten Szene

Der als Täter identifizierte Wade Page soll Verbindungen zur rechten Szene gehabt haben.
Der als Täter identifizierte Wade Page soll Verbindungen zur rechten Szene gehabt haben.(Foto: REUTERS)

Nach dem Blutbad in dem Sikh-Tempel verstärken sich unterdessen die Spekulationen über rassistische Motive des 40-jährigen Todesschützen. Nach Medienberichten gibt es Hinweise darauf, dass der als Täter identifizierte Wade Page Verbindungen zur rechten Szene hatte. Der Sender CNN veröffentlichte ein Facebook-Foto, das den Schützen vor einem Hakenkreuz-Banner zeigt. Die "New York Times" zitierte zudem Vertreter der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center mit den Worten, man habe Page schon seit rund zehn Jahren wegen Verbindungen zur rassistischen Szene im Auge gehabt.

Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass Page früher Soldat war und dann 1998 - offenbar nach einer Reihe von Verstößen - entlassen wurde. Er hatte am Sonntag in dem Tempel in Oak Creek sechs Menschen getötet, bevor ihn dann ein Polizist erschoss.

Die Behörden gehen bisher davon aus, dass der Schütze allein handelte. Spekulationen gehen hauptsächlich dahin, dass Page möglicherweise die Terroranschläge vom 11. September 2001 rächen wollte und Sikhs mit Muslimen verwechselt? . Drei bei der Attacke Verletzte befanden sich nach offiziellen Angaben weiterhin in "kritischem Zustand". Zu ihnen zählt ein Polizist, auf den der Schütze aus nächster Nähe acht bis neun Mal gefeuert hatte.

"Attacken wiederholen sich viel zu häufig"

US-Präsident Barack Obama fordert nach dem Angriff auf den Sikh-Tempel die US-Amerikaner auf, in sich zu gehen und nach Wegen zur Verhinderung von Gewalt zu suchen. Derartige Attacken wiederholten sich viel zu häufig, sagte er. Auf die Frage nach strengeren Gesetzen sagte Obama, er wolle Vertreter der Strafverfolgungsbehörden, Gemeinde- und religiöse Führer sowie Politiker auf allen Ebenen zusammenbringen, "um zu sehen, wie wir weitere Fortschritte machen können". Einen konkreten Zeitpunkt dafür nannte er nicht.

Umfragen zeigen wenige Monate vor der Präsidentenwahl auch nach den jüngsten Amokläufen eine breite Unterstützung für liberale Waffengesetze in den USA.

Quelle: n-tv.de

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