Politik

Russisches Adoptivkind stirbt in USA: Moskau reagiert mit Empörung

In russischen Adoptivfamilien kommen jährlich 300 Waisen ums Leben. Zudem herrschten nach Angaben von Menschenrechtlern in russischen Kinderheimen "menschenunwürdige Verhältnisse". Nachdem nun in den USA ein russisches Adoptivkind ums Leben kommt, zieht ein Aufschrei durch Russland.

Präsident Putin hatte unlängst in Moskau ein Gesetz unterzeichnet, das Adoptionen in die USA verbot.
Präsident Putin hatte unlängst in Moskau ein Gesetz unterzeichnet, das Adoptionen in die USA verbot.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der offenbar gewaltsame Tod eines russischen Adoptivkinds in den USA hat in der Heimat des kleinen Maxim für Empörung gesorgt. Das Außenministerium in Moskau kündigte an, dass Ressortchef Sergej Lawrow den Fall beim ersten Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry am 26. Februar in Berlin besprechen werde.

Die Staatsanwaltschaft in Maxims Heimatgebiet Pskow forderte, die Adoption seines zweijährigen Bruders aufzuheben, der in derselben US-Familie lebt. Chefermittler Alexander Bastrykin kündigte der Agentur Interfax zufolge an, gegen "straffällige" US-Adoptiveltern vorzugehen. Am Vortag hatte die Staatsduma in einer Schweigeminute des getöteten dreijährigen Maxim gedacht.

Russland hatte zu Jahresbeginn Adoptionen russischer Kinder durch US-Familien verboten. Kremlkritiker werfen Präsident Wladimir Putin vor, unschuldige Waisen zum Spielball der Politik zu machen.

Seit 1991 sind nach Moskauer Angaben 21 russische Kinder in den USA ums Leben gekommen, weil ihre Adoptiveltern sie misshandelt hätten. Jelena Misulina von der moderaten Oppositionspartei Gerechtes Russland kritisierte aber, dass in russischen Adoptivfamilien jährlich bis zu 300 Waisen ums Leben kämen. Bürgerrechtler berichten von menschenunwürdigen Verhältnissen in russischen Kinderheimen.

Auch das Ehepaar Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf hatte im Jahr 2004 ein dreijähriges Mädchen aus Russland adoptiert. Die heute zwölfjährige Viktoria heißt mit Nachnamen Schröder. Bis zu ihrer Adoption lebte sie in einem Kinderheim in St. Petersburg. Russlands Präsident Wladimir Putin, der aus St. Petersburg stammt und ein Duzfreund des Ex-Kanzlers ist, war nach Kreml-Angaben über die Adoption informiert.

Quelle: n-tv.de

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