Politik
Rauchsäulen, Verwüstung und ratlose Menschen auf der Chang'an Avenue in Peking am 4. Juni 1989. Die Straße führt unmittelbar am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.
Rauchsäulen, Verwüstung und ratlose Menschen auf der Chang'an Avenue in Peking am 4. Juni 1989. Die Straße führt unmittelbar am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.(Foto: picture-alliance / dpa)

Massaker von 1989: Mütter fordern Aufklärung

Bis heute ist die Zahl der Toten vom Platz des Himmlischen Friedens unbekannt, über das Massaker wird in China nicht gesprochen. Hinterbliebenen fordern von der chinesischen Regierung ein Ende des Tabus.

Angehörige des Tian'anmen-Massakers von 1989 haben von der chinesischen Regierung die Aufklärung des Militäreinsatzes und eine öffentliche Debatte gefordert. Die neue Spitze der kommunistischen Partei solle mutig mit der Vergangenheit umgehen und die Fehler der damaligen Führung wiedergutmachen, schrieben die "Mütter von Tian'anmen", ein loser Zusammenschluss von Verwandten und Freunden der Opfer, in einem Appell.

Am 4. Juni 1989 hatte die chinesische Führung Studentenproteste auf dem Tian'anmen, dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, vom Militär blutig niederschlagen lassen. Eine kritische Aufklärung gilt bis heute als Tabu.

Die Einsetzung einer Kommission solle die "unabhängige und faire Untersuchung" der Ereignisse ermöglichen, forderte die Gruppe. Außerdem verlangte sie die Veröffentlichung einer Opferliste und die Zahlung "angemessener Kompensationen". Die Verantwortlichen sollten für ihre Taten bestraft werden.

Es gehe ihnen um drei Dinge: "Wahrheit, Entschädigung, Verantwortlichkeit", hieß es in dem offenen Brief, den die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe Human Rights in China verbreitete. 123 Menschen unterzeichneten den Appell. Adressiert ist der Brief an den Nationalen Volkskongress, der Dienstag kommender Woche zusammenkommt.

Seit 1995 fordern die Mütter von Tian'anmen eine offizielle Untersuchung des Massakers und eine Entschuldigung. Die Organisation hat den Tod von rund 200 Menschen bestätigt, geht aber davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl deutlich höher ist.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen