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Am Wochenende hatte es bei Ausschreitungen Dutzende Tote gegeben.
Am Wochenende hatte es bei Ausschreitungen Dutzende Tote gegeben.(Foto: REUTERS)

Ausschreitungen am Wochenende: Mursi verhängt Ausnahmezustand

Nach Krawallen mit Dutzenden von Toten ordnet Ägyptens Präsident Mursi für 30 Tage den Ausnahmezustand für mehrere ägyptische Städte an. In Port Said, Suez und Ismailia gilt von Montag an auch eine Ausgangssperre zwischen 9 Uhr abends und 6 Uhr morgens.

Ägyptens Präsident Mohamed Mursi ruft wegen der Unruhen den Notstand in drei Städten aus. In Suez, Ismailia und Port Said werde für 30 Tage der Ausnahmezustand verhängt, sagte Mursi in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede an die Nation. Ab Montag solle dort nachts auch eine Ausgangssperre greifen. Zudem wolle er mit führenden Politikern zu Wochenbeginn den Dialog suchen.

Bei der Trauerfeier für die Todesopfer der Krawalle in Ägypten war es am Wochenende in Port Said zu neuer Gewalt mit vier Toten gekommen. Am Vortag waren 33 Personen ums Leben gekommen, nachdem ein Gericht Todesurteile wegen der Ausschreitungen bei einem Fußballspiel vor fast einem Jahr verhängt hatte.

Auch in Kairo kam es zu weiteren Zusammenstößen, die jedoch nicht die Ausmaße der Vortage erreichten. Die Unruhen halten das Land zwei Jahre nach Beginn der Arabischen Revolution in Atem. Die Wirtschaft leidet massiv unter der fehlenden Stabilität.

Reisewarnung verschärft

Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reisehinweise für das Land. In dem Text wird daran erinnert, dass "Reisenden in Ägypten allgemein dringend empfohlen wird, Menschenansammlungen und Demonstrationen (insbesondere im zeitlichen Umfeld zum Freitagsgebet) weiträumig zu meiden". Auch sollten Touristen möglichst "die örtliche Medienberichterstattung sehr aufmerksam und regelmäßig verfolgen".

Bereits seit einiger Zeit rät das Auswärtige Amt dazu, Reisen nach Ägypten auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer und in Oberägypten sowie die Städte Kairo und Alexandria zu beschränken. Auch von Überlandfahrten zwischen diesen Gebieten wird abgeraten, besonders nachts. Nach Möglichkeit sollten stattdessen Inlandsflüge genutzt werden. Hingewiesen wird auch auf einen generellen Anstieg der Kriminalität aufgrund der Verschlechterung der Wirtschaftslage in Ägypten.

Quelle: n-tv.de

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