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Nach dem Vorfall stiegen chinesische Kampfjets in die Luft. (Archivbild)
Nach dem Vorfall stiegen chinesische Kampfjets in die Luft. (Archivbild)(Foto: REUTERS)

Peking schickt Kampfjets zur Grenze: Myanmar wirft Bombe über China ab

Ein Militärflugzeug aus Myanmar wirft auf chinesischem Territorium eine Bombe ab. Es gibt Tote und Verletzte. Auch wenn die Bombe nicht dem Nachbarland gilt - Peking ist alarmiert. Kampfjets patrouillieren an der Grenze.

Ein Militärflugzeug aus Myanmar hat in der chinesischen Provinz Yunnan im Südwesten des Landes eine Bombe abgeworfen. Dabei wurden vier Chinesen getötet und neun weitere Menschen verletzt, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Peking habe daraufhin mehrere Kampfjets in die Region geschickt, um weitere Flugzeuge aus Myanmar von der Grenze "zu verjagen", zitierte Xinhua Luftwaffensprecher Shen Jinke.

Die Bombe schlug demnach in einem Zuckerrohrfeld in der Stadt Lincang ein. In die Region sind zehntausende Menschen aus dem nordöstlichen myanmarischen Bundesstaat Shan geflüchtet, seitdem die Streitkräfte dort gegen Rebellen vorgehen. Der Angriff galt nicht China, sondern war Teil der Kämpfe zwischen der Regierung in Myanmar und den Rebellen in dem Land.

Aus Protest gegen den tödlichen Zwischenfall wurde in Peking der Botschafter von Myanmar ins Außenministerium einbestellt. Schon am Sonntag hätten Schüsse aus Myanmar ein Haus auf chinesischer Seite beschädigt. Vizeaußenminister Liu Zhenmin forderte den Botschafter Myanmars auf, die Umstände zu untersuchen und zu verhindern, dass sich solche Zwischenfälle wiederholen.

Bei ihren Patrouillen entlang der Grenze will die chinesische Luftwaffe nach eigenen Angaben Flugzeuge aus Myanmar "verfolgen, beobachten, warnen und vertreiben". China betrachtet den Konflikt mit den Aufständischen der chinesischstämmigen Volksgruppe der Kokang in Myanmar als innere Angelegenheit des Nachbarlandes. Rund 60.000 Menschen sind vor den Kämpfen über die Grenze nach China geflüchtet. Der blutige Konflikt war Anfang Februar neu aufgeflammt.

Quelle: n-tv.de

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