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Schlechtes Abschneiden für deutsche Konzerne: Transparency vergibt die Note E für die Rheinmetall AG.
Schlechtes Abschneiden für deutsche Konzerne: Transparency vergibt die Note E für die Rheinmetall AG.(Foto: picture alliance / dpa)

Anti-Korruptions-Bericht: NGO kritisiert Rüstungskonzerne

Rund zwei Drittel der Rüstungskonzerne weltweit sind nicht offen genug im Umgang mit ihren Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung. Das ist das Ergebnis einer von Transparency International veröffentlichten Studie. Die NGO kritisiert das Zurückhalten wichtiger Informationen vor der Öffentlichkeit. Schlechte Noten erhalten auch einige deutsche Firmen.

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Rund zwei Drittel der großen Rüstungskonzerne weltweit sind nach Einschätzung von Transparency International nicht offen genug im Umgang mit Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption. In einem jetzt veröffentlichten Bericht der Organisation über 129 Konzerne fanden sich nur zehn Firmen mit "guten Informationen über ihre Anti-Korruptionssysteme", die folglich die beiden besten Bewertungen A und B erhielten. Lediglich der amerikanische Konzern Fluor Corporations erreichte die Bestnote A. Unter die zehn besten Bewertungen erfasste Transparency keinen deutschen Konzern.

65 Prozent der Firmen hingegen erhielten Bewertungen zwischen D und F, darunter auch die deutschen Konzerne Krauss-Maffei Wegmann, die Rheinmetall AG und die Diehl Stiftung. Transparency untersuchte auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen Angaben zu ethischen Regeln und Systemen zur Korruptionsbekämpfung der Rüstungsunternehmen.

"Sehr wenige Nachweise"

Fast die Hälfte der untersuchten Konzerne lieferte demnach "nur sehr wenige Nachweise" über die Existenz von Systemen zur Korruptionsvermeidung und darüber, dass sie ethische Standards einhielten, moniert die Organisation. Sie seien daher in die Kategorien E und F eingeordnet worden. In den Kategorien E und F vertreten sind auch Firmen aus allen großen Rüstungsexportnationen – den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, China, Japan und Großbritannien. Die Note E erhielt etwa die Rheinmetall AG, F bekam Krauss-Maffei Wegmann.

Besonders die Zurückhaltung von Informationen vor der Öffentlichkeit in zwei wesentlichen Bereichen kritisiert Transparency: Demnach macht ein Großteil der Firmen nicht öffentlich, wie sie konkret gegen Korruptionsrisiken vorgeht und verzichtet auf Angaben zur Ausbildung ihres Personals in Ethik- und Anti-Korruptionsfragen.

Zweck der Studie sei es, Unternehmen bei der Entwicklung von Anti-Korruptionsmaßnahmen zu unterstützen, schreibt die Organisation in ihrem Bericht. Ziel von Rüstungsfirmen sollte es sein, sich einen Ruf für seine Null-Toleranzgrenze bei Korruption aufzubauen, heißt es in der Empfehlung.

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Quelle: n-tv.de

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